Aachen - Schülerticket beutelt die Budgets

Schülerticket beutelt die Budgets

Von: Matthias Hinrichs
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Immer mehr Aachener steigen ein - und das soll so bleiben: Schwarz-Grün will daher den Preis fürs Schülerticket um maximal einen - statt wie vom AVV geplant vier - Euro erhöhen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Geben wir den guten Nachrichten Vorfahrt: Die Pläne des AVV, die Bustarife fürs neue „City-XL-Ticket” ab 1. April kräftig zu erhöhen, haben Grüne und CDU in der Städteregion umgehend ausgebremst.

Und: Beim „School&Fun-Ticket” soll der Dreh an der Preisschraube erheblich kleiner ausfallen als bislang vorgesehen. Die schlechten Neuigkeiten: Dennoch sollen auch Pennäler respektive deren Eltern künftig mit einem Euro mehr zur Kasse gebeten werden. Und: In den übrigen Preissparten müssen die Benutzer von Bus und Bahn in Aachen und der Region sich auf Steigerungen von durchschnittlich rund drei bis vier Prozent einstellen.

Angesichts zunehmend klaffender Krater in den kommunalen Kassen seien weitere „Anpassungen” praktisch unausweichlich, bekundeten Klaus Dieter Wolf, CDU-Fraktionschef im Städteregionstag, und dessen Grünen-Kollegin Elisabeth Paul bei der gestrigen Vorstellung des neuen Tarifkatalogs im Schulterschluss mit den Aachener Ratsleuten Gaby Breuer (CDU) und Roland Jahn sowie den CDU-Landtagsabgeordneten Axel Wirtz und Reimund Billmann.

„Allerdings werden wir der geplanten Erhöhung beim Schülerticket für Selbstzahler keinesfalls in diesem Umfang zustimmen”, erklärte Wolf. Vorgesehen ist nämlich bislang, die Pennäler-Tarife von derzeit 21 auf 25 Euro anzuheben - eine Steigerung um stolze 19 Prozent. „Damit würden alle Bemühungen, gerade die Jugend langfristig für den umweltfreundlichen Bus- und Bahnverkehr zu gewinnen, konterkariert”, unterstrich Elisabeth Paul. Folglich dürfe die Steigerung nicht mehr als einen Euro betragen.

Zumal jene, die ohnedies in den Genuss eines verbilligten Tickets kommen, weil sie Fahrtstrecken über 3,5 beziehungsweise fünf Kilometer zurücklegen müssen, nicht zusätzlich zur Kasse gebeten werden sollen: Auch künftig zahlen sie lediglich zwölf beziehungsweise sechs Euro. „Andernfalls würde die soziale Schere sich hier weiter öffnen - das wollen wir auf keinen Fall”, so Paul. Also wollen die schwarz-grünen Koalitionen in Stadt und Städteregion bei den entscheidenden Beiratssitzungen ab Ende Januar dafür sorgen, dass die Erhöhung wesentlich moderater ausfällt.

Bereits vom Tisch ist indessen die zunächst vorgesehene Verteuerung des neuen „City-XL”-Fahrscheins von derzeit einem Euro auf 1,40 Euro. „Dieses Ticket ist erst im Oktober eingeführt worden. Wir wollen zumindest die Jahresbilanz abwarten. Im Herbst können wir dann immer noch reagieren”, sagt Gaby Breuer.

Dass die Erhöhungen - weil insgesamt moderater als zunächst veranschlagt - weitere Löcher in die Budgets der Städteregions-Kommunen reißen werden, müsse in Kauf genommen werden, argumentieren auch die Landtagsabgeordneten Billmann und Wirtz. „Allein auf die Stadt Aachen kommen mit der Reduzierung der Tarifanpassung beim Schülerticket von vier auf einen Euro zusätzliche Kosten von geschätzt 300.000 Euro zu”, prognostiziert Jahn. Die übrigen Kommunen müssten mit einem Finanzloch von insgesamt rund 180.000 Euro rechnen. Wolf: „Wir müssen das in Kauf nehmen. Immerhin sind wir mit dem Anspruch angetreten, die Städteregion zur Modellregion für Umwelt- und Klimaschutz zu machen.”
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