Schülerinnen und Schüler engagieren sich im Lourdesheim

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Sie gehen regelmäßig und gerne ins Lourdesheim: Katharina Thouet, Pia Dahmen, Santiago Winkels, Antonia Reermann und Lydia Luft (von links) sind gern für die Senioren da. Foto: Anna Kemper

Aachen. „Kommen die jungen Damen heute wieder?“, fragt Frau G. (86) morgens die Pflegeschwester, als diese das Zimmer betritt, um beim Waschen zu helfen. Doch die Pflegeschwester muss die alte Dame vertrösten: „Die Mädchen kommen doch donnerstags, Frau G., also erst in zwei Tagen.“

Die „jungen Damen“ gehören zu einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 des Pius-Gymnasiums, die im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft der Schule regelmäßig zum Seniorenzentrum Lourdesheim gehen, um sich dort um betagte Menschen zu kümmern.

Angefangen hatte alles mit einer Anfrage des damaligen Leiters des Sozialkulturellen Dienstes, Christoph Grub, 2010. Weil immer wieder Schüler und Schülerinnen des Pius-Gymnasiums ihr Sozialpraktikum im Lourdesheim absolvierten, wollte Grub an die guten Erfahrungen anknüpfen und diese ausweiten zu einer kontinuierlichen Kooperation zwischen der Schule und dem Seniorenheim.

Schulleiter Dr. Josef Els leitete die Anfrage weiter an die Religionslehrerin Anna Kemper, bei der er auf großes Interesse stieß: Sie war nämlich als Jugendliche aus der damaligen Pfarrgemeinde St. Gregorius selbst im Lourdesheim aktiv. Mit leuchtenden Augen berichtet sie: „Es war in den siebziger Jahren der damalige Kaplan Herbert Falken, der uns bei einem Gespräch in unserem Jugendheim Eismühle für die Idee einer Rollstuhl-Rallye begeistern konnte. Wir setzten die alten Leute samstagsnachmittags in die Rollstühle und fuhren mit ihnen im nahen Wald spazieren.“

Heute haben sich die Gegebenheiten geändert: Die Senioren und Seniorinnen kommen heute im Alter von ca. 85 Jahren ins Lourdesheim. Diesem Umstand muss natürlich im Programm der angebotenen Aktivitäten und Angebote Rechnung getragen werden. Seit 2010 kommen Mädchen und Jungen aus dem Pius-Gymnasium – in der Regel wöchentlich – ins Seniorenzentrum, um den alten Menschen vorzulesen, sich mit ihnen zu unterhalten oder ihnen einfach nur zuzuhören. Sie spielen mit ihnen, assistieren bei einer Computerspiel-Runde oder unternehmen mit ihnen kurze Spaziergänge. Vor einigen Jahren haben zwei Schüler der Stufe Q1 die Modelleisenbahnanlage im Hause wieder instand gesetzt.

„Viele behaupten, dass ehrenamtliche Arbeit unter Jugendlichen nicht mehr angesagt sei“, erläutert Anna Kemper. „Natürlich haben unsere Schüler durch G8 eine verkürzte Schulzeit, die ihnen weniger Freiraum für andere Aktivitäten lässt. Umso bemerkenswerter ist es, wenn diese jungen ,Christen mit Courage‘ einen Teil ihrer freien Zeit in den Dienst anderer Menschen stellen.“ Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Arbeitsgemeinschaft arbeiten gewissermaßen im Stillen: Sie bauen eine Brücke zwischen den Generationen, unspektakulär, aber sehr wirkungsvoll.

Dieser große persönliche Einsatz der Jugendlichen ist nicht nur eine willkommene Hilfe für die betagten Menschen, sondern auch eine Bereicherung für die jungen Leute selbst, da sie z.B. durch die Erzählungen der Senioren vieles aus der Kriegs- und Nachkriegszeit in Aachen erfahren, was in ihren Geschichtsbüchern in der Schule nicht zu lesen ist.

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