Schüler vertonen Stummfilme bei „Keine Lust auf Mozart“

Von: Esra Güner
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„Keine Lust auf Mozart“: Bei der Abschlusspräsentation ließen Schülerinnen und Schüler aus der Stufe 12 der Gesamtschule Brand Stummfilm-Klassiker lebendig werden. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Außergewöhnliche Hör- und Seh-Abenteuer versprach die Abschlusspräsentation des Filmmusik-Projektes „Keine Lust auf Mozart“ am vergangenen Wochenende. Unter dem Motto „Alte Filme/neue Töne“ musizierten junge Nachwuchsmusiker und Profis gemeinsam in der Klangbrücke zu Stummfilmen aus dem 20. Jahrhundert und begeisterten damit das Publikum.

„Keine Lust auf Mozart“ ist eine Traditionsveranstaltung der Gesellschaft für Zeitgenössische Musik Aachen und der Freien Musikschule „music loft“. Seit 2007 findet das spartenübergreifende Schulkassenprojekt statt, in dem sich Schüler und Schülerinnen auf vielfältige Weise mit Neuer Musik auseinandersetzen sollen. Dieses Jahr waren 13 Schüler aus der 12. Jahrgangsstufe der Gesamtschule Brand dazu angehalten, eine eigene Vertonung zu vier Stummfilm-Klassikern zu komponieren und einzustudieren. Ein ambitioniertes Ziel, fanden Gereon Schulte und seine Mitschüler am Anfang. „Die Hemmschwelle war zunächst groß“, erinnert sich der Teilnehmer. „Aber wir wurden ja auch professionell unterstützt“.

Im Vorfeld lernten die Schüler nämlich gemeinsam mit dem schottischen Komponisten und Musikpädagogen David Graham die Stummfilmvertonung in ihrem Musikunterricht näher kennen. Lehrerin Andrea Bogaczyk-Seeliger ist begeistert: „Das war eine tolle Chance, sich einmal auszuprobieren“. Und das tat die Klasse besonders erfolgreich: Zwei Gruppen lieferten zu Kurzfilmen von Lotte Reiniger, der „Meisterin des Silhouettefilms“, den Soundtrack. Zwei weitere vertonten Stummfilm-Klassiker von Buster Keaton. Ebenso vielfältig wie die einzelnen Interpretationen waren auch die Instrumente, die von den Schülern ausgewählt wurden. Die Bandbreite reichte von Klavier und Klarinette über E-Gitarre bis zu exotischen Instrumenten wie Bongos und Guiros.

Den Organisatoren Birgit Baum und Johanna Daske ist die Experimentierfreude besonders wichtig. Als Leiterin der Musikschule „music loft“ ist Baum überzeugt: „Der Zugang zur neuen Musik fällt einem viel leichter, wenn man sie selbst macht“. Dass beweist auch Antonia Hillebrand. Als Schülerin nahm sie vor einigen Jahren an „Keine Lust auf Mozart“ teil; heute spielt sie Geige im Improvisationsensemble von „music loft“. Bei der Abschlusspräsentation sorgte das Ensemble für das krönende Finale und vertonte einen zwanzigminutigen Stummfilm – aus dem Stegreif, versteht sich.

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