Schüler nehmen ihre Berufswahl in die Hand

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
5154338.jpg
Berufe erleben: In der Hauptschule Drimborn haben sich rund 20 Betriebe und Institutionen bei den Jugendlichen vorgestellt. Und die konnten mehr als nur Informationen mitnehmen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Koch als Beruf ist so ganz nach dem Geschmack des 13-jährigen Niklas: Der Sechstklässler informiert sich bei Nora Habbel, die für das Vinzenzheim extra in Niklas Schule gekommen ist. Zum dritten Berufsinformationstag in der Gemeinschaftshauptschule Drimborn sind neben sind neben dem Vinzenzheim noch 20 andere Betriebe und Institutionen gekommen, die die Jugendlichen informieren.

Hier erzählen sie Schülern ab der fünften Klasse alles, was sie über das Unternehmen und die Möglichkeiten, die sich in ihnen bieten, wissen müssen. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, direkt vor Ort zu sein, denn so können wir jegliche Fragen beantworten und präsentieren unseren Arbeitgeber. Hinzu kommt aber auch, dass heutzutage leider viele Lehrstellen unbesetzt bleiben,“ sagt Habbel. Neben den vier Partnern der Schule im sogenannten KURS-Programm, der Bäckerei Leo, der Schumag AG, dem Autohaus Kuckartz und dem Haus Margarete stellen sich auch Unternehmen wie Heizung Mahr, die IHK, das Sozialwerk Aachener Christen oder die Stadt Aachen vor.

Schulleiterin Annett Koch-Thoma sieht in dem jährlichen Berufsinformationstag eine Menge Chancen: „Viele Firmen wissen um das gute Potenzial unserer Schüler. Sie entscheiden sich lieber für einen Hauptschüler, der in dem Betrieb engagiert ist und langfristig dort arbeiten möchte, als für einen Abiturienten, der eine Ausbildung vielleicht nur als Sprungbrett sieht. Außerdem wird unseren Schüler bei ihrer Berufswahl von Anfang an geholfen, denn einigen fehlt leider die Unterstützung im Elternhaus. Da müssen wir handeln und reagieren.“

Dass die Unternehmen die Fähigkeiten der Schüler zu schätzen wissen, zeigt auch das Beispiel der Heizungsfirma Mahr, die seit drei Jahren beim Informationstag dabei ist. Ausbilder Gerd Nickels betont, dass 90 Prozent seiner Bewerber Haupt- und Realschüler seien. „Sie bringen genau die Fähigkeiten mit, die wir suchen.“ Da ist es auch nicht verwunderlich, dass jetzt ein Azubi, der letztes Jahr selbst noch die Hauptschule Drimborn besuchte, den Jüngeren nützliche Informationen gibt.

„Im letzten Jahr sind drei Lehrverträge aus den Berufsinformationstagen entstanden“, erzählt Konrektor Michael Geurtz stolz. „Wir bekommen von beiden Seiten ein irres Feedback, denn beide profitieren von dieser Zusammenarbeit. Einige Schüler stehen sogar mit einer kompletten Bewerbungsmappe vor den Kontaktpersonen der Firmen.“

Niklas schaut sich derweil weitere Stände an. Koch werden, das wäre schon etwas für ihn, sagt er. Aber sicher sei er sich noch nicht.Je früher er sich ein Bild machen kann, desto weniger steht der erfolgreichen Karriere nach dem Abschluss etwas im Wege.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert