Schüler machen ihrem Ärger Luft

Von: chc
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Aachen. Gefordert wird sie seit Jahren. Über alle Parteigrenzen hinweg. Die Bildungsrepublik Deutschland müsse endlich Realität werden.

Schließlich sei Wissen die wichtigste Ressource eines rohstoffarmen Landes: Phillip Eischet kennt sie nur zu gut, die Reden und Bekenntnisse, bei denen vehement verlangt wird, endlich mehr Geld in Bildung zu investieren. „Wenn man die Medien verfolgt, dann wird schnell klar: Alle Parteien haben da doch ein Interesse dran”, sagt der Landesvorsitzende der Schüler Union, der gleichzeitig auch dem Kreisverband Aachen der christdemokratischen Jugendorganisation vorsteht.

Deswegen wollte er es genauer wissen. Gemeinsam mit Dominik Bayer, Aachener Bezirksvorsitzender der Schüler Union, rief er eine Kampagne ins Leben. Mit der wollten sie herausfinden, wo den Aachener Schülern der Schuh drückt. Quasi nebenbei konnten sie auch ermitteln, ob dem jahrelangen Gerede über die Bildungsrepublik auch Taten folgten.

Es hat den Anschein, als hätten die Aachener Schüler nur auf eine Gelegenheit gewartet, ihre Meinung zu verkünden. Rund 14 Tage nachdem die Kampagne gestartet worden war, verzeichnete die Schüler Union schon rund 40 Antwort-Emails. „Mit so viel Rücklauf hatten wir nicht gerechnet”, sagt Eischet. Und Bayer freut sich, dass neben den Gymnasiasten „auch viele Realschüler und auch Hauptschüler dabei sind”.

Was sie verbindet: Die Schüler machen fast ausnahmslos ihrem Ärger Luft. Kritisiert werden veraltete Bücher, zu viel Lernstoff, karge Schulhöfe. Unmissverständlichen Protest ernten besonders die stillen Örtchen. Die Toiletten müssen an den meisten Schulen in einem desolaten Zustand sein. Bayer weiß gar von einem Schüler zu berichten, der nach Hause ging, weil er „die Schultoilette nicht benutzen wollte”.

Angesichts solcher Schilderungen liegt für Eischet auf der Hand: „Der Lernort Schule ist viel zu selten ein Lebensort Schule.” Und manchmal ist er auch nur bedingt ein Lernort. Zahlreiche Schüler übten Kritik, weil jeden zweiten Tag Unterricht ausfalle, sagt Bayer. „Und dann ist auf einmal Klausur.”

Die Schüler Union möchte jetzt die Emails kategorisieren und weiter auswerten. Die Kampagne läuft in der Zwischenzeit weiter. Aachens Schüler sind ausdrücklich dazu aufgefordert, per Email an info@su-aachen.de ihren Lern- und Lebensort zu bewerten. Schon jetzt steht für Phillip Eischet und Dominik Bayer allerdings fest: „Es muss sich etwas ändern.”
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