Aachen - Schüler können bald über ihre Klassenkameraden richten

Schüler können bald über ihre Klassenkameraden richten

Von: Sarah Siemons
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Gutes Team: Theresa Lenders-Stevens (links) und Valeria di Rita sind jetzt Schiedsschülerinnen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Es gibt viele Möglichkeiten, in der Schule negativ aufzufallen. Schwänzen, die Lehrer beleidigen oder sich auf dem Schulhof raufen sind nur einige Dinge, für die Jugendliche häufiger zur Verantwortung gezogen werden. Seit kurzer Zeit gibt es nun auch mindestens zwei Möglichkeiten, wie das vonstatten gehen kann.

Denn neben der Schule dürfen nun auch Schüler der sogenannten „Schulschiedsstellen” über die jeweilige Strafe entscheiden.

„Natürlich nicht in jedem Fall”, erklärt Martina Matz-Leithold, die für die pädagogische Begleitung der Schiedsschüler zuständig ist. Schwere Delikte werden direkt von der Polizei behandelt, und grundsätzlich ist auch erstmal die Schulleitung zu informieren.

Wenn sich dann die Lehrer und schließlich auch der „Täter” für das neue Modell entschließen, kommen drei 15-jährigen Mädchen aus Aachen ins Spiel. Denn Valeria von der Alkuin-Realschule, Theresa vom Rhein-Maas-Gymnasium und Fatma von der Hauptschule Drimborn sind die ersten Schiedsschülerinnen der Stadt.

Fast ein Jahr wurden die drei ausgebildet, um in Zukunft über Gleichaltrige zu richten. In Rollenspielen und Vorträgen von Richtern und Sozialpädagogen haben sie viel gelernt. „Wir haben eine Menge an Erfahrung gewonnen”, sagt Theresa Lenders-Stevens.

„Zunächst hatten wir keine genaue Vorstellung, was uns erwartet und auch ein bisschen Angst davor, nicht ernst genommen zu werden”, sagt sie. Doch die Unsicherheit sei bald verflogen. Kannten sich die Mädchen im Mai noch nicht, sind sie nun ein eingeschweißtes Team.

„Klar hatten wir auch Vorurteile, doch die haben sich mehr und mehr verflüchtigt”, erklärt Valeria di Rita, die bereits als Streitschlichterin an ihrer Schule Erfahrungen sammeln konnte. Bis zu 20 Sozialstunden, eine öffentliche Entschuldigung oder auch das Taschengeld der Übeltäter könne sie nun einfordern.

Zu einem Einsatz sind sie jedoch bislang noch nicht gekommen. „Wir sind gespannt auf unsere Premiere”, sagt Theresa.

Auch wenn sie natürlich eigentlich hoffen, dass sie so bald nicht zusammen gerufen werden, um eine Strafe zu verhängen.


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