Laurensberg - Schüler halten Erinnerung wach

Schüler halten Erinnerung wach

Von: Rauke Xenia Bornefeld
Letzte Aktualisierung:
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Die Schüler der Heinrich-Heine-Gesamtschule nutzen den weltweiten Gedenktag gerade deswegen regelmäßig, um sich zu erinnern und zu lernen. Foto: Michael Jaspers

Laurensberg. Am Dienstag vor 70 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz in Polen von der Roten Armee befreit. Dieses historische Ereignis und das damit verknüpfte Gedenken an die Opfer des Holocaust ist zeitlich und örtlich extrem weit vom Alltag Aachener Schüler entfernt.

Die Schüler der Heinrich-Heine-Gesamtschule nutzen den weltweiten Gedenktag gerade deswegen regelmäßig, um sich zu erinnern und zu lernen. „Wer die Geschichte nicht kennt, kann die Zukunft nicht entwickeln“, lautet ihr Motto. In diesem Jahr wählte die Volkshochschule der Stadt Aachen auch deshalb die Schule in Laurensberg zum Ort für das zentrale Gedenken an den Holocaust unter dem Motto „Damals verfolgt – heute vergessen?“.

Am Vormittag erlebten die Schüler eine besondere Geschichtsstunde: Yvonne Hugot-Zegzodda von der VHS berichtete den Jungen und Mädchen von den Auswirkungen der Nazi-Ideologie in Aachen. „Nicht nur in Auschwitz sind menschenverachtende Dinge passiert, sondern auch hier in der Region“, beschrieb Tim, dass so das Unfassbare deutlich näher an die jungen Menschen heran gerückt sei.

Auch das Theaterstück „Vergiftete Liebe“ des Odos-Theaters aus Münster über das Chemiker-Ehepaar Haber hat die Schüler der Klasse 10 bis 13 beeindruckt. Es erzählt von der Entfremdung der Pazifistin Clara und ihrem Mann Fritz, der um jeden Preis die Anerkennung der Mächtigen sucht und deshalb Chlorgas als Giftgas für den Einsatz im ersten Weltkrieg entwickelt.

„Wodurch unterscheiden wir uns von den Tieren, wenn nicht durch unsere Menschlichkeit“, fasste Denver die Botschaft des Vormittags zusammen, die eben doch bis in den Alltag der jungen Menschen wirkt. „Wenn sich hier Jüngere gegenseitig als Nazi beschimpfen, können wir ihnen erklären, was tatsächlich hinter diesem Wort steckt“, erläuterte Paula. „Nicht schweigen“, war eine weitere Erkenntnis, auch wenn heute Islamkritiker, Ausländerfeinde und unspezifisch Unzufriedene zusammen auf die Straße gehen. „Pediga ist nicht Deutschland. Umso mehr müssen wir zeigen, dass es nicht so ist“ sagte Denver. Und Alisha meinte: „Wir – in all unserer Vielfalt – gehören zusammen.“

Auch Holger Dux von der VHS sah die Notwendigkeit, Deutschlands längst vergangene Geschichte in der Erinnerung wach zu halten: „Verfolgung und Ausgrenzung gibt es bis heute. Wir erleben, dass Schüler nach Projekten und Aktionen zum Beispiel im Zusammenhang mit den ‚Wegen des Vergessens‘ ganz anders durch die Stadt gehen. Ihnen ist das Geschehene deutlich näher gekommen.“

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