Schüler gehen mit Preisträger auf literarische Reise

Von: Laura Hentz
Letzte Aktualisierung:
Auf der Couch: Der Hasencleve
Auf der Couch: Der Hasenclever-Preisträger Michael Lentz diskutierte im Einhard-Gymnasium angeregt mit den Schülerinnen und Schülern und trug auch einige eigene Gedichte vor. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Sprache - das ist für Michael Lentz das zweite Gleichgewichtsorgan, Identifikationsgrundlage. Lentz ist Lyriker, Sprechkünstler, Slammer, Geräuschakrobat und erhielt für sein Können am Wochenende im Alten Kurhaus den Walter-Hasenclever-Preis für Literatur.

Und mit seiner Begeisterung für Sprache in allen Formen ist er nicht allein. In einem Schülerprojekt am Einhard-Gymnasium - hier absolvierte auch Hasenclever 1908 das Abitur - haben es ihm gleich 18 Kurse gleichgetan: Sie haben seine Werke gelesen, analysiert und sich davon inspirieren lassen, mit Worten zu zaubern. Unter dem Motto „Sprich, damit ich dich sehe” - ein Anagramm einer Zeile von Aristoteles „Ich sprach ihm dies: Dichte!” - jonglierten sie mit Worten und Buchstaben von „L” wie Lentz, lesen, sich frei lesen bis „Z” wie zusammen, Zusammenhang, -halt, -spiel.

Nach Wochen des Ideensammelns und der kreativen Arbeit präsentierten die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe jetzt die Ergebnisse des Workshops. Und Lentz war nicht nur Inspiration sondern auch Ehrengast.

Gemeinsam bestiegen sie den ICE „Lentz-Lesen-Live” (d.h. den Intermedialen, Creativen Express-Zug) und zeigten Mitschülern, Eltern und Vertretern der Stadt in zehn Stationen was sie zu sagen haben zum Thema Sprache: In einem Video-Blog setzten sie Gedichte auf der Leinwand mit ihren Stimmen, Bildern, Zeichnungen, Farben und Geräuschen in Szene. Auch selbstgetextete Poetry-Slam-Beiträge bekam das Publikum zu hören. Sie zeigten was dran ist an Sprachverfall, Sprachlosigkeit, Gamer- und Gangstersprache.

„Die Jugend ist nicht Schuld am Sprachverfall, gestaltet sie nur neu - relevanter, eleganter”, dichtete beispielsweise Alexandra Schiffers. Und ihre Mitschüler stimmten ihr in ihrem selbstgestalteten Rap „Sprachwandel!” zu. Schließlich könnten neue Wortkreationen die Welt auch bunter, fortschrittlicher gestalten.

Als jüngste waren die Neuntklässler Isabell und Tim Lebendig mit von der Partie. Der aus Düren stammende Lentz ist der Schwager ihrer Patentante und so erzählten sie in ihrem Familienrap von den Anfängen des Dichters in der alten Heimat.

Zur Begeisterung aller trug auch der Ehrengast einige seiner Gedichte zur Show bei und stand den Schülern für Fragen zur Verfügung. Die nutzten ihre Chance: Gemeinsam sprachen sie über Inspirationsquellen, die Bedeutung von Sprache und den Einfluss neuer Medien. Für Michael Lentz sind diese eine wunderbare Herausforderung für Sprache und Sprechende, die - nicht erst seit Facebook und co. - zu immer neuen Sprach- und Ausdrucksformen führen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert