Schüler fragen: Wie steht‘s um Aachen?

Von: Birgit Broecheler
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Schüler diskutierten im Pius-Gymnasium mit Politikern über Themen, die Aachen vier Monate vor der Kommunalwahl bewegen: (v.l.) Peter Blum (FDP), Marcel Phillipp (CDU, Oberbürgermeister), Luca Marc Bischof (Schülersprecher), Lisa Besting (stellvertr. Schülersprecherin), Björn Jansen (SPD, Bürgermeister) und Helmut Ludwig (Die Grünen). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Was wird der neue Oberbürgermeister gegen die Wohnungsknappheit in Aachen tun? Wie will die Stadt sich als Hightech-Standort profilieren? Und welche Alternativen gibt es zur fehlgeschlagenen Campusbahn?

Um diese und noch weitere Fragen drehte sich eine Podiumsdiskussion zwischen Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) und seinem Herausforderer Björn Jansen (SPD) sowie Helmut Ludwig von den Grünen und Peter Blum von der FDP.

Rund vier Monate vor der Kommunalwahl am 25. Mai hatte die Schülervertretung des Pius-Gymnasiums die Veranstaltung organisiert. Vor rund 200 Oberstufenschülern mussten der OB und die anderen Parteivertreter Rede und Antwort stehen. Dabei grenzten sich die Parteien längst nicht immer voneinander ab. So bestand beim Thema Wohnungspolitik große Einigkeit, dass neue Bauflächen ausgewiesen werden müssen.

Dazu Philipp: „Derzeit untersuchen wir etwa 100 Flächen, auf denen möglicherweise gebaut werden könnte.“ Von einer Wohnungsknappheit angesichts steigender Studentenzahlen wollte er aber nicht sprechen – im Gegenteil: „Wir haben 2000 Wohneinheiten rund um den doppelten Jahrgang geschaffen. So konnten wir den Zustrom auffangen.“

Gegen eine Mietpreisbremse und für Containerwohnungen für Studenten sprach sich Peter Blum aus. Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt Aachen und verkehrspolitische Sprecher befürchtet nämlich, dass die Wohnungsnot sich bis 2018 relativieren könnte. Die doppelten Jahrgänge seien dann schließlich vorbei, zurück blieben aber eventuell viele Wohnungen.

Zukunft des Musikbunkers

Eine Campusbahn wird es nicht geben. „Was wollen Sie also tun, um die Verkehrs-Infrastruktur aufrecht zu erhalten?“, fragte Schülersprecher Luca Marc Bischof die Politiker. „E-Mobilität ist der richtige Weg“, fand Helmut Ludwig von den Grünen und erhielt dafür große Unterstützung von den anderen Parteien. Aber auch einen Mix aus Verkehrsmitteln wie E-Bike, Bus und Carsharing befürworteten er und die übrigen drei Parteivertreter für ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept. „Außerdem müssen alle städtischen Fahrzeuge auf Hybrid umgerüstet werden“, forderte OB-Kandidat Björn Jansen.

Dass die Campusbahn scheiterte, darüber ist Peter Blum eher froh. Die finanzielle Belastung sei für die Stadt schließlich nicht machbar gewesen. „Und aus einem Busnetz-Gutachten geht hervor, dass das Kapazitätsproblem durchaus lösbar ist“, sagte der FDP-Politiker. Das sah der OB anders: „Gespart haben wir nichts. Denn die Finanzmittel brauchen wir jetzt für die Erprobung anderer Systeme“, erklärte Philipp. Gerade sei der erste E-Bus im Test; weitere innovative Bussysteme würden schon bald erprobt. Klar ist für SPD-Vertreter Jansen aber eines: „Durch eine andere Antriebsart werden nicht mehr Busse fahren können.“

Die Schüler interessierte aber auch, wie es mit dem denkmalgeschützten Musikbunker im Frankenberger Viertel weiter geht. „Der soll nicht abgerissen werden“, versprach der OB. Vielmehr würde die Stadt ihn gerne an den Musikbunker-Verein verkaufen. „Allerdings muss das Dilemma zwischen Anwohnern und Betreibern gelöst werden“, sagte Philipp.

Nicht alle Fragen geklärt

Zwar wurde einiges im Pius-Gymnasium angesprochen, am Ende der fast zweistündigen Diskussion wurde vielen Schüler aber auch klar: Viele Fragen zur Kommunalpolitik blieben noch ungeklärt.

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