Schüler erarbeiten Aachener Migrationsgeschichte mit dem Stadtarchiv

Von: Jessica Jumpertz.
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Recherche vor Ort im Stadtarchiv: Michael Höbig (Schulleiter Luise Hensel Schule, Friederike Tiedecken (Stadtarchiv) und Ilka Vockrodt (Geschichtslehrerin) erarbeiteten mit den Schülerinnen und Schülern den Zeitstrahl. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Blaue Zettel mit Fakten zur regionalen Migrationsgeschichte in Aachen; grüne Zettel mit geschichtlichen Informationen in größerem Rahmen, darüber große Zahlen von 1944 bis zur Gegenwart. Auf der oberen Hälfte des Papierzeitstrahls kleben rosafarbene Blätter, auf denen verschiedene Familiengeschichten abgedruckt und zeitlich eingeordnet sind.

Der Zeitstrahl zeigt den Blick von 14 Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klassen an der Luise-Hensel-Schule, die mit dem Stadtarchiv ein Projekt zur Migrationsgeschichte in Aachen machen. Die Kooperation der Schule mit dem Stadtarchiv als außerschulischem Standort ist als eines von drei Projekten mit dem „Kooperation. Konkret“-Preis der Bildungspartner NRW ausgezeichnet worden. Das Preisgeld beträgt 1000 Euro.

„Gerade dieser Aachener Beitrag hat ganz großen Anklang gefunden“, sagte Dr. Michael Habersack vom LVR Archivberatungs- und Fortbildungszentrum und Jurymitglied des diesjährigen Wettbewerbs. Die Bildungspartner NRW zeichnen seit 2006 kommunale Bildungseinrichtungen und Schulen für kreative Kooperationsideen aus. Das Thema in diesem Jahr lautete „Guten Morgen!“ und das Ziel sollte die Gestaltung einer zukunftsfähigen Gesellschaft sein.

Das Projekt der Luise-Hensel-Schule und des Stadtarchivs wurde nicht nur für die enge Zusammenarbeit der Kooperationspartner, sondern auch für die Ergebnisoffenheit des Projektes gelobt. Die Schüler erarbeiteten nämlich nicht nur Migrationsgeschichte im regionalen Zusammenhang, in dem sie sich Quellen wie archivierte Tageszeitungen oder Verwaltungsberichte im Stadtarchiv ansahen. Sie entdeckten auch ihre eigene Familiengeschichte und ordneten deren Beginn in Aachen auf dem Zeitstrahl ein.

Dabei ging es nicht nur um Migration aus dem Ausland, sondern auch um den Zuzug nach Aachen aus anderen Regionen in Deutschland. Nicht nur die Schüler erarbeiteten während des Projektes ihre eigene Geschichte, sondern auch die Betreuer. So sind zum Beispiel Dr. René Rohrkamp, Leiter des Stadtarchivs, Friederike Tiedecken, Mitarbeiterin des Archivs und Ilka Vockrodt, Lehrerin an der Luise-Hensel-Schule mit ihren Familiengeschichten auf dem Zeitstrahl zu finden. „Ich denke, es war bei allen ähnlich. Das sind Gesprächsanlässe. Man ruft seine Eltern an und fragt: wie war das eigentlich?“, erzählte Ilka Vockrodt zu ihrer Recherche. „Man erfährt etwas über die eigene Geschichte“.

Die Idee zu einer Dokumentation der Aachener Migrationsgeschichte entstand vor dem Hintergrund der Flüchtlingsthematik. In dem Projekt soll Migration jedoch nicht als Krisensituation betrachtet werden, sondern als Teil der eigenen Geschichte. Die Arbeitsgemeinschaft findet ein Schuljahr lang statt und soll im Frühjahr nach der Dokumentation der Aachener Migrationsgeschichte in die Gegenwart überleiten und sich mit der aktuellen Situation befassen.

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