Schüler entwerfen ein internationales Kochbuch

Von: Marie Eckert
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Ein internationales Kochbuch mit Rezepten aus vielen Nationen Foto: Andreas Schmitter

Aachen. In der Mensa der Hauptschule Aretzstraße waren nun neben Deutschland fünf Regionen, Nationen und Kontinente vertreten: Griechenland, Afghanistan, der Balkan, Afrika und Syrien.

Auf mehreren Tischgruppen verteilt standen kleine Zettelchen mit dem jeweiligen Landesnamen, darum versammelt saßen die Schülerinnen und Schüler, die ursprünglich aus diesen Bereichen kommen. Sinn der Aufteilung: Die Schüler werden in den nächsten Wochen gemeinsam mit dem Juniorenkreis der IHK Aachen ein Kochbuch gestalten. Dabei ist alles selber gemacht, angefangen bei der Rezeptauswahl bis hin zum Einkaufen und Kochen. Jede Gruppe wird dabei von einem jungen Unternehmer des IHK-Juniorenkreises betreut.

Aktiv auf Flüchtlinge zugehen – das ist das Ziel des Projekts, wie Nils Jagnow, Geschäftsführer des IHK-Juniorenkreises, erklärte. An der Hauptschule Aretzstraße gibt es insgesamt fünf internationale Förderklassen, in denen überwiegend Flüchtlinge und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind. Knapp 30 Schüler sind beim Projekt dabei. „Wir sind sehr gespannt, was dabei herauskommt“, sagte Jagnow.

Einer der knapp 30 Schüler ist der 16-jährige Saved Khan aus Afghanistan. Er kocht aber nicht nur Gerichte aus seiner Heimat, sondern ist auch noch zum Projektmanager ernannt worden – er ist also die Schnittstelle zwischen den einzelnen Gruppen und koordiniert Termine und Absprachen mit seinen Mitschülern. Er lebt seit fünf Monaten mit seinem Bruder in Aachen, zuvor war er vier Monate auf der Flucht. Das Kochen hat er sich in den letzten Monaten selbst beigebracht.

Im Mai soll das Buch fertig sein und auf einem Galaball präsentiert werden. Bis dahin wartet noch einiges an Arbeit auf die Gruppen: Ein komplettes Menü soll jedes „Land“ beisteuern – ob drei Gänge oder viele kleine Häppchen, spielt keine Rolle, möglichst authentisch soll es sein. Gekocht wird schließlich in einer Kochschule, die Gerichte werden professionell fotografiert und danach gemeinsam verspeist. Neben den Betreuern helfen noch andere Unternehmen mit, zum Beispiel eine Druckerei oder ein Unternehmen, das die Bücher gestaltet und layoutet. „Dort können die Schüler dann auch einige Tage schauen, wir ihr Buch entsteht“, erzählte Jagnow.

In dem Projekt soll am Ende nicht nur ein schönes, vielfältiges Kochbuch entstehen, die Schüler sollen auch einige Kontakte knüpfen, so dass es leichter wird, an einen Praktikumsplatz oder an eine Ausbildungsstelle zu kommen. Eine gute Idee, wie Andrea Leitner, Projekt-Koordinatorin von der GHS Aretzstraße, findet – schließlich wird mit den internationalen Förderklassen ohnehin auch in der Schule häufig gemeinsam gekocht. Und aus Erfahrung weiß sie: „Man erfährt dabei etwas übereinander.“

Und sie freut sich über die positive Resonanz: „Ich habe einige Schüler angesprochen, bei denen ich dachte, dass ihnen das gefallen könnte, aber es kamen auch Schüler auf mich zu, die vom Projekt gehört hatten und mitmachen wollten.“

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