Aachen - Schüler der GGS Schönforst beschäftigen sich mit Flüchtlingsthema

Schüler der GGS Schönforst beschäftigen sich mit Flüchtlingsthema

Von: Katrin Fuhrmann
Letzte Aktualisierung:
10253571.jpg
Greifen mit ihrem Theaterstück ein brisantes Thema auf: In "Berta Schmunzel in der Hölle" beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler der GGS Schönforst mit Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Ein kleines Holzboot schippert übers Meer. An Bord sind Flüchtlinge aus Syrien. Der Wind tobt und pfeift den Frauen und Männer um die Ohren. „Die Deutschen hassen Flüchtlinge“, „Wir haben keine andere Wahl, in Syrien werden wir erschossen“, ertönt es.

Als das Boot kentert ist die Zukunft der Insassen ungewiss. Ihre „neue“ Heimat haben sie nicht freiwillig gewählt. Eher haben die Umstände in ihrem Land sie dazu gezwungen, diese Reise anzutreten.

Im „Theater 99“ haben Schüler und Schülerinnen der Theater AG der Kulturschule GGS Schönforst jetzt ein ganz besonderes Theaterstück mit dem Titel „Berta Schmunzel in der Hölle“ ihren Eltern, Freunden und Lehrern präsentiert. Gemeinsam mit Willi Achten, Leiter der Theater AG und Regisseur des Stücks, haben die Jungen und Mädchen in knapp einem Jahr ein Theaterstück auf die Beine gestellt, das sich sehen lassen kann. In dem Stück haben die Schüler Themen aufgegriffen, die selbst die Acht bis Elfjährigen schon beschäftigen. Fremdenfeindlichkeit, Vorurteile gegenüber Flüchtlingen, wenn sie in Deutschland ankommen und Diskriminierung, aber auch Ängste und Sorgen der Flüchtlinge, wie der Deutschen, sind nur einige der vielen Problematiken und Aspekte, die im Stück aufgegriffen werden. Zahlreiche Dialoge und den Handlungsfaden haben die Schüler selbst geschrieben und mit ihren eigenen Erfahrungen aus dem Alltag angereichert.

Berta Schmunzel, eine alternde Diva, deren große Zeit als Sängerin lange zurückliegt, ist die Protagonistin des Stücks. Zu Beginn scheut sie nicht einmal davor zurück, sich für Pegida einzusetzen und Flüchtlingen die Unterkunft in ihrem Haus zu verweigern – trotz genügend Platz. Konflikte, Beschimpfungen und Hasstiraden über Ausländer und faulen Flüchtlinge sind für die Frau keine Seltenheit. Die gestrandeten Flüchtlinge aus Syrien bekommen das am eigenen Leib zu spüren.

Die Schüler der Theater AG haben zu einem großen Teil einen Migrationshintergrund. Die Themen, die in dem Stück aufgegriffen werden, sind daher nicht unbekannt für die Schüler. Willi Achten, dass Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile gegenüber Flüchtlingen allgegenwärtig sind. „Die Schüler bekommen Attentate vom IS und Diskussionen beispielsweise über Pegida mit. Sie schnappen es irgendwo auf und haben dann auch ein Interesse daran, sich genauer mit solchen Themen zu beschäftigen“, sagt er. Es sei wichtig mit den Schülern auch über solche Themen zu sprechen und sie dafür zu sensibilisieren, damit Vorurteile erst gar nicht entstehen.

Dass das Stück bei den Familien der Schüler und den Lehrern gut ankommt, zeigt die durchweg positive Rückmeldung, die Achten nach der Aufführung bekommt. „Es freut mich, dass das Stück so gut aufgenommen wurde und wir zeigen konnten, wie wichtig die Auseinandersetzung mit solchen Themen ist. Zumindest in dem Stück hat die „fiese“ Politik von Pegida zum Schluss ein Ende. Auch Berta Schmunzel erkennt, dass sie viele Vorurteile hatte und die Flüchtlinge gar nicht so schlimm sind.

Am Freitag, 19. Juni, 10.30 Uhr, wird das Stück in der GGS Schönforst, Schwalbenweg 2, noch einmal aufgeführt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert