Schüler der Gesamtschule beackern eigenen Gemüsegarten

Von: Angelina Boerger
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Mit Elan bei der Arbeit: Schülerinnen und Schüler der Brander Gesamtschule bearbeiten den schuleigenen Gemüsegarten. Foto: Kurt Bauer

Aachen-Brand. Kinder können eine Zucchini nicht mehr von einer Aubergine unterscheiden und wissen mitunter nicht einmal, was eine Aubergine ist? Das dürfte den Schülern der fünften und neunten Klasse der Gesamtschule Brand zumindest nicht passieren, denn dort gibt es seit zwei Jahren einen schuleigenen Gemüsegarten.

Bei Wind und Wetter wird hier im Rahmen des Unterrichts, aber auch in der Mittagspause geackert und gesät, gedüngt und gegossen und am Ende sogar geerntet.

Möglich macht das der gemeinnützige Verein Ackerdemia aus Potsdam, der ein schulbegleitendes Bildungsprogramm entwickelt hat, das Kinder und Jugendliche an über 100 Standorten wieder an die Zusammenhänge natürlicher Nahrungsmittelproduktion heranführen soll.

Für den ersten Pflanztermin in diesem Jahr kam Regionalmanagerin Claudia Haarhoff vorbei. Mit im Gepäck: Saatgut und Jungpflanzen für 25 verschiedene Sorten Obst und Gemüse und natürlich auch ein ausgeklügelter Plan für den Anbau.

„Wir haben den Garten so angelegt, dass eine elfjährige Fruchtfolge stattfinden kann. Das bedeutet, dass jede Pflanze im nächsten Jahr um ein Beet wandert.“ Der Verein kümmert sich auch um die Fortbildung der Lehrer und finanziert das Projekt größtenteils.

Zu drei Pflanzterminen im Jahr erscheint Haarhoff, ansonsten pflegen die Schülerinnen und Schüler den Acker des Schulgartens selbst. Fachliche und pädagogische Anleitung gibt hier unter anderem Ulrike Löhrer, die die „Acker-AG“ im fünften Schuljahr leitet. „Das sind für mich die schönsten Stunden in der Woche, wenn ich mit den Kindern zum Teil knietief im Matsch stehe und wir wirklich dabei zusehen können, wie die Pflanzen wachsen. Auf Chemie können wir ganz einfach verzichten, denn die Natur sagt uns schon, was wir machen müssen.“ Die Resonanz bei den Kinder sei riesig. „Sie sind zum Teil so begeistert, dass sie überlegen, zu Hause selbst ein kleines Gemüsebeet anzulegen. Das ist doch mehr als nachhaltige Arbeit, die wir leisten.“

Doch so schön gepflegt wie jetzt war der Schulgarten der Gesamtschule nicht immer. „Die 300 Quadratmeter waren vor einigen Jahren noch von einer riesigen Brennnesselwiese und wilden Kirschbäumen eingenommen“, erzählt Kai Frings, der den Wahlpflichtkurs Naturwissenschaften im neunten Jahrgang leitet. „Mit Hilfe eines Schülervaters und einigen Schülern haben wir hier richtig aufgeräumt und sogar einen Teich angelegt. Die Idee des Gartens kam erst danach, durch das Sozialwerk Aachener Christen, das uns auf den gemeinnützigen Verein Ackerdemia aufmerksam machte.“

Und nun sollen hier bald wieder Rhabarber, Salat, Erdbeeren, Kürbisse und vieles mehr wachsen und gedeihen.

Frings, der sonst Physik und Chemie unterrichtet, freut sich diesmal ganz besonders auf den Fenchel: „Der ist leider letztes Jahr nichts geworden, aber in diesem Jahr bin ich ganz zuversichtlich. 2016 haben wir trotzdem so viel ernten können, dass wir die Produkte im Anschluss sogar vermarktet haben. So konnten die Kinder und Jugendlichen die vollständige Produktionskette der Gemüseprodukte kennenlernen.“

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