Aachen - Schräge Komödie: Ziemlich dicke Luft in der „Euro-WG“

Schräge Komödie: Ziemlich dicke Luft in der „Euro-WG“

Von: Leon Heckmann
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Europa und seine Probleme: In der WG als Mikrokosmos wurde die Problemlage der der EU anschalich, schauspielerisch im Einhard-Gymnasium dargestellt. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Der deutsche Soziologie-Student Paul sucht neue Mitbewohner für seine WG. Und wird fündig in Person der Griechin Xenia, des Italieners Antonio und der Finnin Sirii. Anfangs herrscht noch euphorische Stimmung bei der Gründung der „Euro-WG“ – doch schon bald gibt es Ärger. Die Griechin findet keine Arbeit und ist mit ihrer Miete im Rückstand, der Italiener hat Schulden.

Der Zusammenhalt in der Gemeinschaft wird auf die Probe gestellt. Ganz konkrete Probleme in einer kleinen WG – und doch stellvertretend für die Realität in der „großen“ EU.

Jungen Menschen das komplexe und unattraktive Thema der Euro- und Staatsschuldenkrise auf unterhaltsame Weise näherzubringen – das war die Idee hinter dem Bühnenstück „Die Euro-WG – Wo Geld ist, ist es schön“, welches nun am Einhard-Gymnasium gastierte. Thomas Nufer, Regisseur und Autor des Stücks und Dirk Schubert, Projektentwickler und -leiter, wählten die Darstellung einer WG als gemeinsamem Lebensraum von vier Europäern, um den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 10 die direkten Auswirkungen der Eurokrise auf das tägliche Leben zu verdeutlichen.

So kommen die Griechin und der Italiener nicht freiwillig nach Deutschland: Sie haben zu Hause keine Arbeit mehr gefunden. Alle Figuren sind überzeichnet und stehen stellvertretend für ihre Heimatländer und deren verschiedene Lebens- und Geldmentalitäten – welche zwangsläufig zu Problemen führen, wenn man in einer Gemeinschaft lebt. So wird der Makrokosmos der Europäischen Union erstaunlich zutreffend auf den Mikrokosmos einer WG übertragen.

Das von der Europa-Union NRW getragene Modellprojekt soll aber mehr sein, als nur Unterhaltung: Die Schüler sollen aktiv zum Mitmachen animiert werden. So traten die Schauspieler an bestimmten Stellen des Stücks aus der Bühnensituation hinaus und diskutierten mit den Zuhörern über Europa und die Schuldenkrise.

Fachliche Unterstützung kam dabei vom stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisverbandes Aachen der Europaunion, Kristof Kark. Den „EU-Bürgern von morgen“ solle aufgezeigt werden, dass die Krise und Europa nicht weit weg, sondern sie selbst ein Teil davon seien, wie Kark erklärte: „Europa ist nichts abstraktes – Europa sind wir alle.“ Gerade in Zeiten der Krise sei es wichtig, gegen den „Europa-Pessimismus“ vieler junger Leute anzugehen und Europa weiterhin als große Chance zu begreifen. „Europa kann Spaß machen.“, betonte Marion Bylaitis, Koordinatorin für Europaschule am Einhard-Gymnasium und Vorsitzende des Kreisverbandes Aachen der Europa-Union.

Gebeutelte Griechin

Nachdem die gebeutelte Griechin Xenia die WG schon verlassen wollte, die Gemeinschaft drohte, auseinanderzubrechen, halten die Mitbewohner letztlich doch zusammen und retten die Euro-WG. In der Realität ist die Krise zwar noch nicht vorbei, doch die schräge Komödie konnte den Europaschülern vom Einhard-Gymnasium neben einigen Lachern auch einen positiven Blick in Europas Zukunft mit auf den Weg gegeben.

Zusätzlich begleitet wird das Projekt, das seit Oktober 2013 durch insgesamt 25 Städte in NRW und alle Schulformen tourt, durch eine wissenschaftliche Auswertung der Rückmeldungen von Schülern durch das Institut HeurekaNet aus Münster.

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