Schon wieder: Gesamtschule droht nächster „Mauerfall“

Von: Oliver Schmetz
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Eingerüstet: Nur fünf Jahre nach Fertigstellung muss an diesem Gesamtschulgebäude die Fassade gesichert werden. Foto: Andreas Steindl
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Abgestürzt: Bereits am 8. Juli 2004 fielen von einem anderen Schulgebäude große Fassadenteile zu Boden. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Nicht schon wieder – das wird in der Maria-Montessori-Gesamtschule am Dienstag so mancher gedacht haben, als an einem der Schulgebäude Gerüste hochgezogen wurden. Denn gut (ein-)gerüstet war die damals noch nagelneue Schule an der Bergischen Gasse schon zwischen 2004 und 2010, weswegen Schüler und Lehrer in vielen Unterrichtsräumen fast sechs Jahre vom Tageslicht abgeschnitten waren.

Die Ursache: Am 8. Juli 2004, kein Jahr nach der Eröffnung des fast 30 Millionen Euro teuren Neubaus, waren große Fassadenteile heruntergekracht. Glücklicherweise kam beim damaligen „Mauerfall“ niemand zu Schaden, doch musste die Schule nach einem jahrelangen Rechtsstreit mit dem Planer für eine Millionensumme saniert werden.

Und jetzt dies: Bei der jährlichen Begutachtung stellten die Baufachleute fest, dass auch am jüngsten Gebäude der Schule, dem erst 2010/11 errichteten Bauteil E, die Fassade herunterzukommen drohte. Deshalb wird nun erneut eingerüstet und „unverzüglich“ gesichert: Mit 1800 Tellernägeln soll in den nächsten drei Wochen dieser gerade erst fünf Jahre alten Fassade Halt gegeben werden.

Allerdings wird das nur eine Übergangslösung sein, wie Manfred Lennartz vom städtischen Gebäudemanagement unterstreicht: „Das hält ein bis zwei Jahre.“ Im Idealfall schon im nächsten Jahr wolle man dann die komplette Erneuerung der Fassade angehen.

Hinter dem jetzigen Malheur steckt vermutlich der gleiche Fehler wie beim Vorfall von 2004, denn auch das jetzt betroffene Gebäude ist nach den alten Plänen gebaut worden – mit einer in einem Spezialverfahren aufgeklebten Fassade. Dennoch kommt die vorzeitige Baufälligkeit für Lennartz „sehr überraschend“. Denn man habe bei der Fertigstellung des Gebäudes schon die Erkenntnisse aus dem ersten „Mauerfall“, der etliche Gutachter beschäftigte, nutzen können und die Außenhülle erheblich verstärkt. „Das hätte eigentlich länger halten sollen“, wundert sich Lennartz.

Hat es aber nicht, weswegen nun wohl wieder Gutachter und Juristen bemüht werden müssen. Beim ersten Mal endete der Streit mit einem Vergleich: Nur auf 190.000 Euro des 2,5-Millionen-Schadens blieb die Stadt sitzen. Ein ähnliches Ergebnis strebt man jetzt auch an, wobei die Summen geringer sind als damals. Lennartz schätzt die Kosten für die aktuelle Sicherung auf rund 10 000 und für die spätere Sanierung auf 150.000 bis 170.000 Euro. „Und wir hoffen, dass der Schaden nicht dem Steuerzahler angelastet wird.“

Derweil hofft man in der Schule, dass die Arbeiten den Schulalltag möglichst wenig beeinträchtigen. „In den nächsten Wochen dürfte das reibungslos funktionieren“, sagt Schulleiterin Irmgard Braun nach „sehr konstruktiven Gesprächen“ mit dem Gebäudemanagement, „aber nächstes Jahr dürfte das etwas schwieriger werden.“ Sie hoffe, dass die Schule zum Schuljahr 2017/18, wenn das 20-jährige Jubiläum anstehe, „im neuen Kleid erstrahlen“ könne. Denn noch einmal eine lange Baustelle – da denkt an der Bergischen Gasse wohl jeder: nicht schon wieder.

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