Aachen - Schon 100 Wohnungseinbrüche pro Woche

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Schon 100 Wohnungseinbrüche pro Woche

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Polizei schlägt Alarm. Bei der Zahl der Wohnungseinbrüche steuert Aachen dieses Jahr auf einen dramatischen Rekord zu. 1015 Einbrüche zählte das Präsidium schon in den ersten zehn Monaten 2013.

Hinzu kommen 742 Fälle aus der Städteregion. „Wir werden überschüttet. Derzeit ermitteln wir bei 100 Wohnungseinbrüchen pro Woche, allein am vergangenen Wochenende 31 Fälle“, rechnet Polizeipräsident Klaus Oelze vor.

„Mancher Kollege im zuständigen Kriminalkommissariat 15 nähert sich der Erschöpfungsgrenze“, sagt Oelze. Insgesamt registrierte die Polizei 2085 Wohnungseinbrüche im Jahr 2011, vergangenes Jahr waren es 1818. „Diese Zahlen werden wir 2013 toppen“, sagt Oelze. Denn die dunkle Jahreszeit - und damit die Hochsaison für Einbrecher - hat gerade erst begonnen. Und hier sind die explodierenden Fallzahlen bei über 1000 Kellereinbrüchen noch gar nicht berücksichtigt...

Dass mittlerweile nicht mehr rund zehn, sondern knapp 12,5 Prozent der Einbrüche aufgeklärt werden, tröstet dabei kaum. „Unsere Aufklärungsquote ist nicht gerade berauschend“, räumt der Aachener Kripo-Chef Frank Hoever ein. „Wir sind auf Hinweise der Bevölkerung angewiesen“, sagt er. Bei der Zahl der Wohnungseinbrüche liegt Aachen deutlich über dem Bundesdurchschnitt, bei der Aufklärungsquote erheblich darunter. „Damit können wir nicht zufrieden sein“, sagt Hoever.

Wobei die Polizei durchaus Fahndungserfolge vorweisen kann: 50 Einbrecher wurden dieses Jahr schon geschnappt. „Das ist durchaus bemerkenswert“, stellt Hoever fest. Aber: Die meisten Tatverdächtigen sind schnell wieder auf freiem Fuß. Mit längeren Haftstrafen müssen nur überführte Serientäter rechnen. Zudem: Ein Großteil der Tatverdächtigen reist aus Belgien und den Niederlanden ein - stammt aber ursprünglich aus Südosteuropa, darunter auffallend viele Sinti und Roma, so die Experten. „Die hochprofessionellen Tätergruppen durchkämmen manche Straßenzüge systematisch“, erläutert Präventionsfachmann Alex Milar. Auch junge Frauen und Kinder seien unter den Tätern. Der Leiter des Kommissariats 44 bittet nachdrücklich, „jede verdächtige Beobachtung direkt per Notruf 110 zu melden“.

Übrigens: Rund 40 Prozent der Einbruchsversuche scheitern – weil Täter bei ihren Beutezügen schnell von einigermaßen standhaften Türen und Fenstern ablassen oder weil sie gestört werden. Eine aufmerksame Nachbarschaft sei genauso wichtig wie eine standhafte Einbruchsicherung. Kostenlose Tipps für Privatleute (nach Vereinbarung auch Vorträge der Polizeiexperten für Firmen- und Vereinsgruppen) gibt es unter der Hotline 957734401. Bis zu 70 Prozent der Aachener Wohnungen und Häuser seien wegen mangelhafter Sicherung schon in wenigen Sekunden zu „knacken“, schätzt die Polizei. „Viele Eigentümer investieren mehr in Energiesparmaßnahmen als in ihre Einbruchsicherung“, sagt Milar. Dabei schrecke es viele Täter durchaus ab, wenn man bei Abwesenheit Licht brennen lasse. Er betont, dass nicht nur „ältere“ Wohnungs- und Hauseigentümer von Einbrechern buchstäblich heimgesucht werden. „25 Prozent der Einbruchsopfer sind erst zwischen 20 und 25 Jahre alt“, erklärt er.

Einziger Lichtblick: In keinem Fall wurden dieses Jahr nach Angaben der Aachener Polizei Einbruchsopfer körperlich verletzt. Die Täter flüchten, sobald jemand Alarm schlägt.

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