Aachen - Schöpfung im Spiegel der Satire

Schöpfung im Spiegel der Satire

Von: red
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Wenn der Regisseur dem lieben Gott Konkurrenz macht, kann das nur zu Turbulenzen führen: Das Theater Ludus zeigt George Taboris Religionssatire „Die Goldberg-Variationen“ in der Citykirche. Foto: Hermann-Josef Polzin

Aachen. Bereits seit 2002 bereichert das Theater Ludus das Aachener Kulturleben mit seinen Inszenierungen, die sich meist um religiöse Themen oder auch Klassiker der Dramenkunst drehen; in den vergangenen Jahren hat das offene Ensemble unter der bewährten Leitung von Ingrid Wiederhold vor allem mit seinen Aufführungen in der Citykirche St. Nikolaus von sich reden gemacht.

Jetzt bringt die Truppe George Taboris „Die Goldberg-Variationen“ auf die Bühne des Gotteshauses an der Großkölnstraße. Taboris satirische Auseinandersetzung mit dem (vor allem jüdischen) Glauben, uraufgeführt 1991 in Wien, ist dort am Freitag, 17. März, sowie am Samstag, 18. März zu sehen.

Im Stadttheater von Jerusalem probt eine Theatergruppe ein religiöses Spiel, das aus den dramatischsten Szenen der Bibel bestehen soll. Gottgleich erscheint dabei auch und vor allem der Regisseur, Mr. Jay. Allein: Die Menschen handeln anders, als der autoritäre Theaterchef es sich erdacht hat. Seine Schöpfung ist komisch misslungen: Der Regieassistent, ein Jude namens Goldberg, wird vom Regie-Gott schikaniert und gedemütigt.

Eine Hassliebe verbindet die beiden, die nichts weniger sein will, als eine Allegorie auf das Verhältnis Gottes zu seinem auserwählten Volk Israel. So muss Goldberg die Rolle des Moses übernehmen, wird in die Schlangengrube Ninive geschickt und soll am Ende ausgerechnet die Rolle des Gekreuzigten spielen. Das Chaos dauert genau sieben Tage, dann ist das Welttheater fertig, der Vorhang geht auf . . .

Ein „frommes“ Schauspiel hat der berühmte Satiriker Tabori also nicht gerade vorgelegt – obwohl viele Bibelzitate das Stück erden. Der Text ist provozierend und anklagend, Peinlichkeiten, Allüren und Wutausbrüche wechseln sich ab. Beginn der Aufführungen ist jeweils um 20 Uhr in der Citykirche. Der Eintritt ist frei.

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