Schnippel-Party der „Foodsaver“ in der Grotte hinter dem ESG-Haus

Von: Lamar-Aron Klaßen
Letzte Aktualisierung:
14870314.jpg
Kulinarische Protest-Aktion: Im ESG-Haus an der Nizzaallee wurde schnippelnd der Beweis dafür geliefert, dass Lebensmittel nicht in die Tonne gehören. Foto: Andreas Steindl
14870299.jpg
Organisatorin Vanessa Ruan stimmte die Teilnehmer auf die Aktion ein. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Lustiger bunter Salat“ als Vorspeise, „würziger arabischer Eintopf“ als Hauptgericht und „deliziöser Obstsalat“ als Dessert. Das Menü der zweiten großen Schnippelparty konnte sich sehen und schmecken lassen.

Rund 100 Besucher waren jüngst zur Grotte des ESG-Hauses in der Nizzaallee geströmt um aus Kartoffeln, Blumenkohl, Brokkoli und vielen weiteren „geretteten“ Lebensmitteln schmackhafte Gerichte zu zaubern.

Gerettet wurden die Lebensmittel in den Tagen vor der großen Party von sogenannten „Foodsavern“. Bevor Supermärkte, Mensen, Bäckereien und Restaurants bestimmte Lebensmittel für nicht mehr verwertbar befinden und wegwerfen, eilen die Foodsaver zur Rettung vor der Tonne.

Nach dem Kriterium „Würde ich das selbst noch essen?“ wird dann in Kooperation mit den Betrieben eingesammelt und die geretteten Lebensmittel zu einem der vielen „Fairteiler“ in Aachen gefahren. Organisiert wird das Ganze von „Foodsharing Aachen e.V.“. Die Protestbewegung, die es in Aachen seit 2013 gibt, hat sich zum Ziel gesetzt, das Wegwerfen von noch essbaren Waren zu stoppen.

„Auf dem Weg von der Erzeugung bis zum Teller zuhause gehen in Deutschland rund 50 Prozent der Lebensmittel verloren, weltweit sprechen wir von einem Drittel. Hier müssen wir uns einsetzen um nachhaltiger und bewusster mit Nahrungsmitteln umzugehen“, beschreibt Samuel Krämer, Botschafter der Ortsgruppe Foodsharing in Aachen, die Motivation hinter seinem Engagement.

Zur Unterstützung dieser Haltung versammelten sich in der Nizzaallee nicht nur hungrige Schnippler. Die Hauptorganisatorin der Veranstaltung Vanessa Ruan, wie Krämer bei Foodsharing Aachen aktiv, hatte die Gründerin des Wochenmarkts „Marktschwärmer“ Mona Plate, Gärtner der solidarischen Landwirtschaft Gut Wegscheid , die Betreiberin des veganen Kulturrestaurants „Pfannenzauber“ Jessi Rosen und Vertreter der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG), die die Location stellten, eingeladen.

Rosen unterstützt die Idee von Foodsharing aus vollem Herzen. „Die Tatsache, dass 313 Kilogramm genießbare Lebensmittel pro Sekunde in Deutschland weggeworfen werden, sollte für Jedermann reichen, um sich für die Idee von Foodsharing einzusetzen“, ruft Rosen dazu auf, mitzumachen.

Außerdem sprechen die regionalen Erfolge des Vereins, der sich über ganz Deutschland bis nach Österreich und in die Schweiz erstreckt, für sich. 500 angemeldete Foodsaver retteten alleine in Aachen bislang 200.000 Kilogramm an Lebensmitteln. Für die große Gesamtbewegung sind es gigantische neun Millionen Kilogramm, die durch Foodsharing gerettet werden konnten.

In der Grotte hinter dem ESG-Haus wurden auch diese Erfolge ein Stück weit gefeiert. „Bei unserer Party kommen die Teilnehmer mit allen Sinnen unverfänglich in Kontakt mit Obst und Gemüse, das im Alltag vor den Blicken der Gesellschaft verborgen bleibt“, erklärte Ruan den Effekt der Schnippelparty. Das Positive dieses Erlebnisses war überall zu sehen: Lachende Gesichter, volle Mägen und das Bewusstsein, etwas Gutes zu tun, zeichneten die Schnippelparty auch in diesem Jahr aus.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert