Schneller Verkauf rettet Automobilzulieferer Jüpo

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Aachen. Die T. A. Kaufmann Direktionsgesellschaft übernimmt zum 1. Juli 76 Prozent der Gesellschaftsanteile an der insolventen Jüpo GmbH aus Aachen, einem Entwickler und Hersteller von Transport- und Logistiksystemen für die Automobilindustrie.

24 Prozent der Anteile verbleiben innerhalb des Unternehmens Schuh GmbH aus Aachen. Entsprechende Verträge haben Thomas Kaufmann, Inhaber der gleichnamigen Direktionsgesellschaft und in dieser Funktion Geschäftsführer von Piccolo K&L Behältertechnik und Professor Dr. Rolf-Dieter Mönning, Insolvenzverwalter der Jüpo, unterzeichnet. Über den Kaufpreis haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart.

Mönning kann mit diesem Verkauf die Jüpo nachhaltig stabilisieren und 20 der ehemals 45 Arbeitsplätze in Aachen sichern. „Jüpo bleibt als Produzent und Lieferant für die großen Automobilkonzerne gelistet. Gemeinsam mit Piccolo ist das Unternehmen nun für kommende Aufgaben gut aufgestellt”, sagt Mönning. Auch der Investor ist von seinem Engagement überzeugt. „Wir sparen nicht nur Kosten, indem wir Synergien und Einkaufsvolumina bündeln, wir steigern auch unser Knowhow und erhalten eine breitere Marktdurchdringung”, sagt Piccolo-Geschäftsführer Thomas Kaufmann.

Die Jüpo GmbH hatte Mitte November Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Aachen gestellt. Grund für den Antrag war der deutliche Nachfragerückgang aus der Automobilindustrie. Das Amtsgericht hatte dann am 1. Januar das Insolvenzverfahren über das Vermögen von Jüpo eröffnet und dabei der Empfehlung des vorläufiger Insolvenzverwalters Professor Dr. Rolf-Dieter Mönning und der Gläubiger stattgegeben, ein Insolvenzplanverfahren einzuleiten. Das Insolvenzgericht hat Ende Mai den von Mönning erarbeitetet Insolvenzplan angenommen. Die Gläubiger werden Mitte Juni darüber abstimmen.

„Da Jüpo sehr stark von der Wirtschafts- und Branchenkrise betroffen ist, mussten wir global leider 240 der ehemals 450 Arbeitsplätze abbauen, die meisten davon in Tschechien”, sagt Mönning. Die aktuelle Krise spürte der Insolvenzverwalter auch im Investorenprozess. Es gestaltete sich lange schwierig, einen Investor zu finden. „Jüpo ist ein Beispiel, wie eine Insolvenz im Planverfahren als Chance aus der Krise genutzt werden kann”, sagt Mönning. „Denn die einzige Alternative wäre die Abwicklung des Unternehmens gewesen”. Das Unternehmen hat nun die Chance, wieder zu wachsen, um dann auch neue Arbeitsplätze zu schaffen.
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