„Schmutzigste Großstadt der Republik?”

Von: Robert Esser
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drecksbild
Beispiele für die Vermüllung der Stadt: Unsere Grafik zeigt eine kleine Auswahl der dreckigen Ecken und Schandflecken Aachens, auf die unsere Leserinnen und Leser nach unserem Aufruf in zig Zuschriften hingewiesen haben. Die Stadt will jetzt umgehend reagieren.

Aachen. Was für eine Resonanz! Viele Leserinnen und Leser sind unserem Aufruf gefolgt und haben uns beschrieben, wo Dreck und Müll das Aachener Stadtbild verschandeln. Eine Auswahl:

Unsere Leserin Angela B. berichtet von schlimmen Zuständen auf dem Parkplatz des Ludwig Forums an der Lombardenstraße: „Neben überfüllten Mülleimern und vermüllten Grünanlagen muss man in Bereichen des Parkplatzes Slalom laufen, um nicht auf benutzte Präservative zu treten.” Prostituierte mit Freiern und illegale Müllentsorger seien regelmäßig nächtliche Gäste auf dem LuFo-Parkplatz, erklärt sie.

Astrid K. weist auf Wege zwischen Lütticher Straße (1) und Weberstraße hin. „Müll und verdreckte Treppe mit Herbstlaub, Split und 19 Flachmänner” störten dort das Straßenbild.

Christa K. findet, „dass Nebenstraßen zu Müllhalden verkommen. „Ich schäme mich oft, mit Gästen bei uns loszugehen. Der Stadtkern um Dom und Rathaus sieht ja meist noch gepflegt aus.”

Die GeWoGe und deren Mieter spricht Kurt H. an. Nicht nur die Umgebung der Goerdeler Straße (3) sei regelmäßig verdreckt. „Neben den Häusern, also in der Kronprinzenstraße, dort wo der Standort der Tonnen ist, liegt der gröbere Müll wochenlang”, schreibt er.

Ein Leser aus dem Südviertel kritisiert Zustände entlang der Ringstraßen: „Fast alle meine Besucher bezeichnen Aachen als die schmutzigste Großstadt in der Bundesrepublik. Ich empfehle einen Spaziergang auf der Adenauerallee (4) vom Thiensweg bis zur Erzbergerallee.

Der Zustand spottet jeder Beschreibung. An der Brücke über den Beverbach liegen seit etwa einem Jahr ein gutes Dutzend Müllsäcke. Im Gebüsch entlang des Tierparks wurde jedmöglicher Müll deponiert: alte Gartenmöbel, Rohrabschnitte, Einmalgeschirr, Pappe und andere Schweinereien.”

Othmar P. zählt auf: „Was entlang des Pariser Rings (5) und in den Straßenböschungen der Vaalser Straße (6) alles an Dreck herumliegt, ist eine Schande.” Er schlägt vor, auch die Bürger in die Pflicht zu nehmen - „sei es über Selbsthilfegruppen, die im Turnus bestimmte Flächen reinigen.” Alice S. weist ebenfalls auf mehrere illegale Müllplätze hin - zum Beispiel an der Vetschauer und der Laurentiusstraße.

Konkrete Ziele für Abfallentsorger nennt auch Dieter B.: „Der Eisenbahnweg (7) ist hinter dem Kreisverkehr (Zufahrt Aachen Arkaden) ein Müllplatz. Rechts und links der Straße zieht sich das rauf bis zum Madrider Ring.” Gleiches gelte für den Reichsweg (12).

Besucher des Berufskollegs Mies-van-der-Rohe-Schule hat unser Leser Jörg H. wegen Verunreinigungen der Neuköllner Straße in Verdacht: „Hinweise an die Schulleitung und an die Stadtreinigung brachten nur sporadische Reinigungseinsätze, die aber nach relativ kurzer Zeit vergessen sind.”

Richard S. ärgert sich ebenfalls: „Die Zufahrt zum Moltkebahnhof ist ein wahrer Sammelplatz für Unrat.” Vielfach verdreckt seien die Treppenanlage am Bunker Römerstraße und die Bahnunteführung an der Hackländerstraße sowie Grundstücke an der Joseph-von-Görres-Straße (10).

Hans-Günter K. beschwert sich über die Zustände am Westbahnhof und auf dem Bahnhofsvorplatz Rothe Erde: „Woran liegt es? Vielfach an den Bürgern. Aber muss die Stadt dann resignieren?”, fragt er. In „katastrophalem Zustand” seien zudem Areale in der Moltkestraße und der Bergischen Gasse (8). Helmut L. und weitere Leser benennen unter anderem Theaterplatz, Friedrich-Wilhelm-Platz, Beverstraße (9) und Elisengarten (2). Heinrich S. nimmt die Stadtreinigung in Schutz: „Ich wohne im Frankenberger Viertel und beobachte seit einigen Wochen, dass man sich sehr um Sauberkeit in unseren Straßen und auf den Plätzen bemüht ist. Das ist wirklich zu würdigen.”

Der Leiter des Stadtbetriebs, Franz Narloch, weiß um die Müllproblematik. 100 Straßenreiniger und genauso viele Müllwerker sind hier im Einsatz. Narloch erklärt, dass die Straßen und Plätze in neun „Reinigungsklassen” aufgeteilt sind - Kehrturnus von einmal pro Woche bis täglich. In der kommenden Woche will der Stadtbetrieb ausführlich und ortsspezifisch zur Kritik der Leserinnen und Leser Stellung beziehen.
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