Aachen - Schmollen oder Schmusen? Die „Sonntagsfrage” bleibt akut

Schmollen oder Schmusen? Die „Sonntagsfrage” bleibt akut

Von: Matthias Hinrichs
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Aachen. Klar: So mancher Ratspolitiker wird die österliche Feiertagsruhe zur inneren Einkehr nutzen - auch wenn es um die Frage geht, ob und in welchem Umfang der örtliche Einzelhandel seine Pforten öffnen darf am Tag des Herrn.

Die heilige Kuh namens Sonntagsruhe ist auch nach dem jüngsten Kompromissvorschlag des Märkte- und Aktionskreises City keineswegs vom Eis. Jetzt deutet zwar manches darauf hin, dass die abgespeckte „Öffnungsklausel” mehrheitlich abgesegnet wird - allein: Nach wie vor hadern etliche Politiker auch aus den Lagern der großen Fraktionen durchaus mit der viel zitierten Entscheidungsfindung.

Denn der MAC hat jetzt bekanntlich beantragt, im Ganzen 13 Sonntage im Kalender 2010 mit dem Vermerk „verkaufsoffen” zu versehen - nachdem die (vom Fraktionszwang befreite) Ratsmehrheit dem ersten Vorstoß zur Genehmigung von 17 Terminen einen Korb erteilt hatte.

„Wir wollen den Kollegen die Chance geben, den Vorschlag nachzuvollziehen”, bekundet CDU-Fraktionschef Harald Baal. „Am 19. April werden wir das Thema noch einmal erörtern, aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg.” Heißt auch: Mancher „Wackelkandidat” zeigt sich weiter ziemlich verschnupft nicht zuletzt übers aus seiner Sicht nicht eben diplomatische Vorgehen seitens der Einzelhändler. „Der MAC hätte seinen Antrag im Vorfeld besser darlegen müssen”, meint zum Beispiel CDU-Ratsherr Hubert Bruynswyck.

Schließlich sei die Liste der offenen Sonntage auch in der Vergangenheit keineswegs einmütig durchgewinkt worden. „Auch ich habe diesmal dagegen gestimmt und das Thema im Vorfeld ganz bewusst zur Diskussion gestellt”, bekennt Bruynswyck. Aber: „Natürlich sehe ich auch das berechtigte Anliegen. Wie ich am 21. April votiere, weiß ich daher noch nicht.”

Offen bleibt mithin zumindest die Diskussion in Sachen Konsumportale. „Das Argument, dass die Stadt sich dem Anliegen des Einzelhandels aus Wettbewerbsgründen nicht völlig verschließen kann, ist natürlich berechtigt”, konstatiert Claus Haase, Fraktionssprecher der SPD. „Ich glaube eher nicht, dass der zweite Vorschlag ebenfalls abgelehnt wird.” Immerhin habe der MAC „jetzt den richtigen Ton gefunden”, lenkt auch Grünen-Ratsherr Hermann Josef Pilgram ein Stück weit ein. Anders als vordem werde er selbst seine Hand für die neue Marschroute heben. „Beim letzten Mal war eine knappe Mehrheit in der Fraktion dagegen. Aber ich denke, die Vorlage nimmt jetzt auf viele Bedenken Rücksicht.”

Die sprichwörtlichen offenen Türen rennt der Grüne damit bei den Liberalen garantiert ein. FDP-Fraktionschef Wilhelm Helg ließ am Dienstag wissen, er hoffe doch sehr, dass der Vorschlag des MAC angenommen werde: „Eine erneute Ablehnung würde dem Image der Stadt schweren Schaden zufügen.”
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