Richterich - Schmieriger Algenteppich auf Schloss-Schönau-Weiher sorgt für Unruhe

Schmieriger Algenteppich auf Schloss-Schönau-Weiher sorgt für Unruhe

Von: Günther Sander und Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Nicht schön, aber laut Stadt völlig unbedenklich: Um den Schlossweiher in Richterich gibt es wieder Wirbel, weil ein Algenteppich darauf treibt. Zudem gibt es Kritik von den Anglern. Foto: Andreas Steindl

Richterich. Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass am Richtericher Schloss-Schönau-Weiher tote Enten herumlagen und tote Fische auf dem Wasser trieben. Das hochgiftige Botulinumtoxin – „produziert“ vom Bakterium Chlostridium botulinum – war es damals, das die Tiere in großer Zahl dahinraffte. Die Belastung des Gewässers mit dem Gift – zum Glück war es eine für Menschen ungefährliche Unterkategorie – ist vorbei. Und doch gibt es in Richterich neuerliche Aufregung um den Weiher.

Jetzt ist nämlich rund die Hälfte des Gewässers flächendeckend mit einer schmierigen grünen Algenschicht bedeckt. Droht also wieder Gefahr am Weiher? Das zumindest fragt sich die damals gegründete Bürgerinitiative, die sich für eine Verbesserung der Gewässerqualität einsetzt und die sich umgehend an Oberbürgermeister Marcel Philipp gewandt hat.

Die Antwort der Stadt fällt klar und deutlich aus: Nein, dem Weiher drohe keine Gefahr – und die derzeitige Algenbildung sei völlig natürlich, sagt Harald Beckers vom Presseamt. Der OB habe zudem umgehend veranlasst, dass aufgrund der Meldung aus Richterich die Wasserqualität analysiert werde. Ein Wissenschaftler der RWTH habe daraufhin festgestellt, dass von den Algen „keine toxische Gefährdung“ ausgehe, der nicht gerade ansehnliche „Teppich“ auf dem Wasser also nicht zur Vergiftung führen könne.

Harald Beckers betont, dass ohnehin seit den Vorfällen des vergangenen Jahres regelmäßige Untersuchungen am Schlossweiher stattfänden – „Monitoring“ nennt man das. Außerdem ist eine Umwälzpumpe ins Gewässer eingelassen worden, die den Sauerstoffgehalt erhöhen soll. Außerdem gebe es noch eine Vorrichtung, mit der im Notfall Sauerstoff direkt in den See gepumpt werden könne, die aber ständig in Betrieb sei.

Dennoch gibt es auch weiterhin Kritik, die zum Beispiel vom Angelsportverein Richterich kommt. Dessen Vorsitzender Norbert Hamacher meint, dass die Probleme zwar erkannt worden seien, aber eine aus seiner Sicht wirksame Lösung noch immer auf sich warten lasse. Die Umsetzung dauere zu lange, gestalte sich zu kompliziert und bürokratisch. Der Vorsitzende kritisiert hinsichtlich der Vorfälle 2012, dass die Angelsportler seinerzeit viel zu spät informiert worden seien. Und das, obwohl sie einige Zeit zuvor viel ehrenamtliche Arbeit geleistet und den Weiher mit viel Aufwand kostenlos entschlammt hatten. Norbert Hamacher und seinen Verein interessieren zudem die Kosten, die bisher für Gegenmaßnahmen angefallen seien – etwa für die Zufuhr von Frischwasser in den Weiher, die Einzäunung, Gutachten, Wasserproben und manches mehr. Hinsichtlich dieser Frage sei er von der Verwaltung „abgekanzelt worden wie ein entmündigter Bürger“, so Hamacher. Sogar eine Dienstaufsichtsbeschwerde habe er in Erwägung gezogen. Die Bezirksvertretung hat besagte Kostenaufstellung auch noch nicht. Bezirksamtsleiterin Yvonne Moritz sagte, die Zahlen würden im September vorgelegt. Die SPD-Fraktion hat eine Schilfzone beantragt. Zunächst, so die Verwaltung, solle aber das diesjährige Monitoring abgewartet werden.

Die Angler hatten ein Jahr Angelverbot in Kauf nehmen müssen. „Wir zahlen Pacht an die Stadt“, erinnert Hamacher verschnupft. Neue Fische hat der Verein bisher nicht in den Weiher eingesetzt. Auch die Angler beobachten erst einmal die Lage – und kämpfen mit Mitgliederschwund. „Ich wünsche mir sehnlichst wieder neue Mitglieder, insbesondere junge Angelfreunde“, wirbt Hamacher. Das könnte aber erst passieren, wenn der Schlossweiher zum Angeln wieder „fit“ ist.

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