Schleuser zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt

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Aachen. Ein einschlägig bekannter 37-jähriger Mann aus dem Kongo ist jetzt vom Amtsgericht Aachen zu einer zweijährigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden.

Er war am 8. Oktober 2014 bei der Einschleusung von fünf eritreischen und zwei sudanesischen Staatsangehörigen auf frischer Tat ertappt worden. Bereits zwei Monate zuvor war er in Aachen an der Einreise von zwei Pakistani und einem Marokkaner beteiligt. Die Beweislage war so erdrückend, dass das Amtsgericht Aachen die Untersuchungshaft anordnete.

Ihm konnten noch weitere Straftaten nachgewiesen werden. So fuhr er einen Kleintransporter, ohne im Besitz eines Führerscheins zu sein. Außerdem ist er in Belgien wegen Diebstahls, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Hehlerei und Menschenhandel aufgefallen, dort wurde er bereits mehrfach zu Bewährungsstrafen und Geldstrafen bis über 4000 Euro verurteilt.

Nachgewiesen wurde ihm eine weitere Fahrt, auf der er sechs eritreische Staatsangehörige von Paris über Brüssel nach Deutschland brachte. Reiseziel sollte Schweden sein, doch Endstation war in diesem Fall die Polizei in Hagen in Westfalen. Dort wurde er auch noch wegen Fahrens unter Drogeneinfluss angezeigt.

Insgesamt konnten dem Mann drei Fälle nachgewiesen werden, in denen er insgesamt 16 illegal Eingereiste durch Frankreich über Belgien nach Deutschland eingeschleust hatte. Die für solche Taten normalerweise zu erwartende Haftstrafe von 40 Monaten konnte der 37-Jährige durch sein Geständnis, die viermonatige Untersuchungshaft und den Verzicht auf die Herausgabe der Tatmittel verringern. Das Schleuserfahrzeug wurde verkauft, weil der Eigentümer nicht zur Abholung des Kleintransporters bereit war.

Die Vielzahl der in Belgien seit 1997 bis heute vorliegenden Verurteilungen zu Geld- und zuletzt auch Haftstrafen ohne Bewährung ließen eine Freiheitsstrafe auf Bewährung nicht mehr zu, so der Vertreter der Staatsanwaltschaft. Deshalb beantragte die Anklage für den Schleuser eine 24-monatige Haftstrafe ohne Bewährung, dem entsprach der Vorsitzender Richter. Weil der Mann bereits vier Monate in Untersuchungshaft saß, wurde er erst einmal aus der Haft entlassen. Die Aufforderung zum Haftantritt wird er in Kürze von den Behörden erhalten.

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