Schlechte Quote: Vorabend-Krimi aus Aachen wird abgesetzt

Von: Thorsten Karbach
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Erklärungsnot: Schauspielerin Constanze Behrends spielt in der ARD-Vorabendserie „Zwischen den Zeilen“ Redaktionsassistentin Jennifer. Warum die Quote der Aachen-Krimis nicht stimmt, weiß sie auch nicht. Foto: dpa

Aachen. Mit einer Beerdigung wird die ARD-Vorabendserie „Zwischen den Zeilen“ zu Grabe getragen. „Ruhe sanft, Paul“ lautet der Titel der 16. und – wie nun klar ist – letzten Folge der Unterhaltungskrimireihe, die in Aachen spielt. Ausgestrahlt wird sie am Donnerstag, 6. Juni, um 18.50 Uhr im Ersten.

Auch wenn ARD-Sprecherin Agnes Toellner offiziell verlauten lässt, dass über die anfangs durchaus angedachte Fortsetzung der unterhaltsamen Krimireihe erst nach der 16. Folge entschieden werde, ist das Aus sicher. „Es wird keine Fortsetzung geben“, erklärt nämlich Produzent Philipp Weinges von der Münchener „Crazy Film GmbH“.

„Heiter bis tödlich“ hat das Erste seine ARD-Vorabendkrimiserien überschrieben. Doch mit Ausnahme des Klassikers „Großstadtrevier“ kämpfen all diese Sendungen mit der Quote. Und auch für „Zwischen den Zeilen“ wurden letztlich zu wenige Zuschauer ermittelt. Schon vor der abschließenden Folge „Ruhe sanft, Paul“ ist klar: Die Quote war tödlich. „Das ist schade, aber die Quote ist König. Ich nehme an, wir waren zu jung und frech“, erklärt Produzent Weinges.

Nach ansehnlichem Start im Februar mit 8,2 bis 9,5 Prozent Marktanteil (1,8 bis 1,88 Millionen Zuschauer) während der ersten und immerhin noch 6,5 Prozent (1,69 Millionen) während der zweiten Folge konnten die Ermittlungen der jungen Journalistin Maja Becker (Josephine Schmidt, unter anderem „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“) mit ihrem desillusionierten Chef Paul Jacobs (Ole Puppe) und allerlei anderen kuriosen Gestalten zuletzt nur noch 4,5 beziehungsweise 5,2 Prozent Zuschauer gewinnen. Das ist zwar nicht weniger als bei anderen „Heiter bis tödlich“-Serien (etwa „Nordisch herb“ oder „Richter und Henker“), aber nicht genug, um (im WDR-Auftrag) im August eine zweite Staffel rund um die fiktive Tageszeitung „Westdeutscher Merkur“ zu drehen. Die angekündigte Sommerpause wird damit auch im Winter kein Ende finden.

„Schade, wir hatten gehofft, dass die Quote besser wird, aber wir hatten auch gehofft, dass die frische, moderne Produktion auch so Zukunft hat“, erklärt Weinges. „Schade“, sagt auch Harald Beckers vom städtischen Presseamt. Er hatte das Serienprojekt mit Beginn der Dreharbeiten im August 2012 begleitet. Nun meint er: „Wir haben die Serie positiv aufgenommen, es gab immer wieder sehr schöne Szenen aus Aachen. Die Stadt rüberzubringen, ist gut gelungen. Es gab sicherlich auch ein paar nicht ganz so starke Folgen, aber wir hätten uns eine Fortsetzung gewünscht.“

Doch Bilder von Dom und Rathaus entscheiden eben nicht über das Wohl und Wehe einer Krimireihe. „Wenn das Publikum nicht mitspielt, ist es eben so“, sagt Beckers. Und so bleiben nur noch zwei Mal 60 Minuten Aachen-Krimi. Am Donnerstag, 30. Mai, heißt es „Drei Jahre weg“ (um eine spurlos verschwundene Frau) und am 6. Juni wird dann eben beerdigt und verdeckter denn je ermittelt (tatsächlich geht es um Waffenschieber). Viel Munition zum Finale. Weinges, der zuletzt in England „Inspektor Jury“ drehte, sagt: „Wir hatten viel Spaß in Aachen – und kommen bestimmt wieder.“ Dann aber mit einer anderen Geschichte.

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