Aachen - Schlaun-Wettbewerb: Ideenschmiede der Städteplaner von morgen

Schlaun-Wettbewerb: Ideenschmiede der Städteplaner von morgen

Von: Marie Eckert
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Auf der Suche nach der Nutzung von morgen: Nachwuchsarchitekten nahmen die alte Werkhalle von Garbe, Lahmeyer &Co in Augenschein. Foto: Wilhelm Walterscheid

Aachen. Neue Ideen für Aachen-Nord: Rund 260 Teilnehmer haben sich bis jetzt für die sechste Auflage des Schlaun-Wettbewerbs schon angemeldet. Das Ziel: Einen Masterplan für den Norden entlang der Jülicher Straße erstellen. Die Teilnehmer: Studierende und junge Absolventen unter 35 Jahren.

„Die Ideen kommen von außen, von den Studenten, nicht von der Verwaltung – das ist ein Vorteil“, sagte Wolfgang Echelmeyer vom Verein Schlaun-Forum. Er weiß, wovon er spricht: In Aalen, Rheine, Düsseldorf, Oberhausen und Hamm hat der Wettbewerb schon stattgefunden, in Oberhausen und in Hamm wurden oder werden die Ideen aus dem Wettbewerb als Grundlage für die tatsächliche Realisierung genommen. Die Motivation des Wettbewerbs: junge Leute einbinden. „Ich habe mich immer geärgert, dass das Wettbewerbsklima in Deutschland kaputt ist – junge Absolventen haben keine Möglichkeit, an große Projekte heranzukommen“, erklärte Echelmeyer. Oft würden Erfahrungen in ähnlichen Bauprojekten vorausgesetzt.

Beim Schlaun-Projekt in Aachen-Nord ist das anders: Der Fokus liegt ganz klar auf den Nachwuchstalenten der Bereiche Architektur, Städtebau und Landschaftsplanung sowie Bauingenieurwesen. 44 Hochschulen, unter anderem aus Wien, München und Berlin, haben im vergangenen Jahr teilgenommen. Das Besondere: Der Wettbewerb ist ins Studium integriert, die Ausarbeitungen können zum Teil auch als Bachelor- oder Masterarbeit anerkannt werden. Ob die Ideen dann auch wirklich – teilweise oder ganz – umgesetzt werden, liegt nicht mehr in der Hand der Wettbewerbsorganisatoren. „Wir können die Ideen nur in die Stadt holen“, betonte Echelmeyer. Die nächste Wettbewerbsstadt steht mit Mönchengladbach schon jetzt fest.

Zwischen der Jülicher Straße und dem Grünen Weg liegen unter anderem mit Zentis, Talbot, dem alten Schlachthof und dem Gewerbegebiet Grüner Weg große Industrieareale. Konkret geht es in Aachen-Nord um drei Kernbereiche: Kaiserbrunnen, Talbot und Wurmbenden. Jede Gruppe der Studierenden und jungen Absolventen hat eine andere Planungsaufgabe. Die Architekten sollen die alte Garbe-Lahmeyer-Halle so gestalten, dass sie als Denkmal erhalten bleiben und unterschiedlich genutzt werden kann. Die Bauingenieure sollen einen bis zu 30 Meter hohen Aussichtsturm konstruieren, auf dem das gesamte rund 220 Hektar große Planungsgebiet überblickt werden kann. Die Städte- und Landschaftsbauer sollen einzelne, kleinere Bereiche gestalten, zum Beispiel den stillgelegten Nordbahnhof.

Teilnahmeberechtigt sind alle Studierenden der Fachrichtungen Städtebau, Landschaftsplanung, Architektur und Bauingenieurwesen ab dem fünften Semester und junge Absolventen, die das 35. Lebensjahr am Abgabetermin nicht überschritten haben. Anmeldeschluss ist der 10. Februar, Abgabe am 17. März. Anfang April entscheidet die Jury, wer gewinnt – insgesamt werden 24.000 Euro Preisgeld vergeben. Ab der Woche danach, ebenfalls im April, werden die Ideen den Aachener Bürgern in einer Ausstellung präsentiert.

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