Schlagen „Ladies“ in der Eissporthalle auf?

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
7457918.jpg
Als Volleyballstandort im Blick: der Sportpark Soers. Während auf dem Areal des alten Tivolis die Wohnbebauung wächst, liegen zwischen neuem Fußballstadion (großes Bild rechts) und Reitstadion (großes Bild oben) noch Flächen brach, auf denen man eine neue Halle bauen könnte. Allerdings fehlt dafür bislang vor allem ein Investor. Foto: Avia-Luftbild/Martin Jochum
7457925.jpg
Geeignete Spielstätte für die PTSV-Volleyballerinnen? OB Marcel Philipp hat jetzt die Eishalle in der Soers ins Spiel gebracht. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Eiskalt sollen die „Ladies in Black“ nach Möglichkeit auch in Zukunft bleiben – wenn es etwa darum geht, im Tiebreak die Nerven zu behalten und den entscheidenden Punkt zu machen. Aber festfrieren sollten sie dann doch nicht.

Diese Sorge erscheint auf den ersten Blick abwegig, könnte jedoch Realität werden, wenn die PTSV-Bundesliga-Volleyballerinnen künftig in der Eissporthalle aufschlagen sollten. Jedenfalls fürchten das die Vereinsverantwortlichen. „Wenn man die Eisfläche nur abdeckt, wären die Temperaturen dort ein Problem“, meint der PTSV-Vorsitzende Dr. Frank Schidlowski.

Zur Sprache gebracht hat Oberbürgermeister Marcel Philipp jetzt diese überraschende Alternative zur bisherigen Heimstätte an der Neuköllner Straße, die den Statuten des Verbandes wegen einer zu geringen Deckenhöhe bekanntlich nicht genügt. Und der Vorschlag des OB schlägt ein weiteres Kapitel auf in einer Geschichte, die schon lange auf ein Happy End wartet – schließlich dürfen die „Ladies“ daheim seit Jahren nur mit einer Ausnahmegenehmigung schmettern und baggern. Was vermutlich nicht ewig so weitergehen dürfte. „Diese Genehmigung zu erhalten, wird von Jahr zu Jahr schwerer“, weiß Schidlowski.

Eine neue Halle muss also her für das Team, das in dieser Saison eine atemberaubende Erfolgsserie hinlegt und am Samstag in Schwerin um den Einzug ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft kämpft. Und da wäre die Eissporthalle für den OB eine „kurzfristig umsetzbare Lösung“, die über eine ausreichende Deckenhöhe und mit 3800 Zuschauerplätzen über eine beachtliche Kapazität verfügt. Mit den Eigentümern der Halle habe die Verwaltung schon gesprochen und positive Signale erhalten, so Philipp. Die Vorzüge der Eishalle sieht auch Schidlowski, doch wiegt für ihn das technische Temperaturproblem schwerer. Außerdem gebe es noch „viele andere Fragezeichen“. So hätte der PTSV naturgemäß lieber einen Spielort, an dem die „Ladies“ auch regelmäßig trainieren könnten, was in der Eishalle kaum möglich sein dürfte. Und nicht zuletzt müsse man auch die Frage nach den Nutzungskosten stellen, so der Vorsitzende.

Das Geld ist ohnehin das größte Problem in der ganzen Geschichte. Ein Neubau wird laut Stadt mit mindestens sechs Millionen Euro Kosten veranschlagt. „Wir haben keine Mittel“, sagt Schidlowski für den PTSV. Die Stadt ist bekanntlich auch eher blank. Und ein zahlungskräftiger Investor steht bislang nicht auf der Matte.

Gleichwohl geht die Suche nach Grundstücken für einen Neubau weiter. Nachdem ein möglicher innerstädtischer Standort an der Richardstraße seitens der Verwaltung wegen befürchteter Verkehrsprobleme beerdigt worden ist, hat man nun den Sportpark Soers in den Blick genommen. Dort wäre auf einer Schotterfläche zwischen Tivoli und Reitstadion Platz für eine Volleyballhalle – nach AZ-Informationen soll die Landmarken AG des Aachener Investors Norbert Hermanns dafür erste grobe Pläne entworfen haben. Gleichzeitig will die Verwaltung laut Stadtsprecher Hans Poth aber auch noch einmal prüfen, ob man das Dach der Halle an der Neuköllner Straße anheben kann.

Diese Idee hatte die Stadt eigentlich schon wegen der hohen Kosten verworfen. Schließlich war auch da von Millionenbeträgen die Rede. Fakt ist: Während die „Ladies“ von Sieg zu Sieg eilen, ist in der Hallenfrage kein Erfolg in Sicht. Es ist einiges in Bewegung, aber es gibt keine konkreten Konzepte, keine Beschlüsse, keinen Zeitplan. Deshalb hat Schidlowski gerade wieder eine Ausnahmegenehmigung für die nächste Spielzeit beantragt. Dafür gebe es zwar noch keine Zusage, aber „positive Signale“ seitens der Liga, sagt er und ist zuversichtlich, dass es wieder klappt. „Schließlich hat Aachen dem Volleyball ja einiges gegeben.“ Kühl kalkuliert heißt das, dass die „Ladies“ weiter eiskalt zuschlagen können – auch ohne Angst vor dem Festfrieren haben zu müssen.

Leserkommentare

Leserkommentare (7)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert