Scheiben am Aachener Dom eingeworfen

Von: Claudia Schweda
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Die etwa faustgroßen Löcher in der Verglasung der Chorhalle sind selbst aus weiter Entfernung zu sehen, weil plötzlich Tageslicht hindurchfällt. Dombaumeister Helmut Maintz hat Anzeige erstattet. Foto: Jaspers
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Unbekannte haben vermutlich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mit Steinen zwei Chorhallenfenster auf der Nordseite des Aachener Doms eingeworfen. Foto: Domkapitel Aachen
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Unbekannte haben vermutlich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mit Steinen zwei Chorhallenfenster auf der Nordseite des Aachener Doms eingeworfen. Foto: Domkapitel Aachen

Aachen. Innerhalb kürzester Zeit ist der Aachener Dom zum zweiten Mal Ziel von Vandalen geworden: In der Nacht zum Donnerstag haben Unbekannte erneut die kunstvoll verglasten Buntscheiben der gotischen Chorhalle von außen beschmissen und dadurch mehrere Löcher in Faustgröße verursacht.

Erst vor vier Wochen, in der Nacht auf den 27. Januar, war fast an denselben Stellen ein ähnlicher Schaden entstanden. Die Sorge, dass die Serie noch nicht zu Ende ist, ist groß.

Wer den Aachener Dombaumeister Helmut Maintz kennt, weiß, dass er sich seine gute Laune so schnell nicht verderben lässt. „Bei mir ist das Glas immer halb voll“, sagt er, während er zum Tatort in der Chorhalle läuft, „aber das geht einfach nicht! Man muss das Hab und Gut des Nächsten respektieren.“

Die Löcher der ersten Attacke sind gerade von den Experten der Linnicher Glasmalerei-Werkstatt geflickt, da zeigt er schon wieder auf fast dieselben Stellen. Sie sind weit oben. Das eine Loch in etwa sechs Metern Höhe, das andere etwa acht Meter über dem Erdboden. Angesichts einer Baustellenabsperrung außen vor dem Dom muss der oder müssen die Täter aus einer Entfernung von bis zu zehn Metern mit großer Kraft geworfen haben.

Der Dombaumeister geht davon aus, dass es sich bei den zwei Vorfällen um ein- und dieselben Täter handelt. „Ich will den polizeilichen Ermittlungen nicht vorgreifen“, sagt er, „aber da hat uns einer richtig auf dem Kieker.“ Eine Videoüberwachung an dieser Stelle außen am Dom gibt es nicht. Es handelt sich um den schmalen Durchgang aus Richtung Elisenbrunnen zum Katschhof. „Den öffentlichen Raum dürfen wir nicht überwachen“, sagt Maintz.

Die Ermittlungen wegen des Vorfalls vor vier Wochen laufen noch. Damals war ein quadratischer Pflasterstein von etwa fünf Zentimetern Seitenlänge durch die Scheiben in den Dom geflogen – und dort gefunden worden. „Der ist nicht zu schwer, um weit nach oben geworfen zu werden, und gleichzeitig schwer genug, um reichlich Schaden anrichten zu können“, sagt Maintz. Die Polizei fand keine Fingerabdrücke auf dem Stein. Doch DNA-Spuren konnten gesichert werden. „Sie werden gerade in einem aufwendigen Verfahren analysiert“, sagt Polizeisprecherin Petra Wienen.

Die vor einem Monat zerstörten Scheiben konnten so schnell ersetzt werden, weil noch passende Stücke dieser Gläser mit ihren besonderen Farben auf Lager waren. Und die Bleinetze um die Buntgläser waren nicht zerstört. Die Linnicher Experten konnten den Schaden direkt vor Ort reparieren. „Da hatten wir Glück“, sagt Maintz. Die Kosten von 1000 Euro hat die Versicherung bereits beglichen.

Den aktuellen Schaden schätzt Maintz auf 3500 Euro: „Wenn wir Pech haben, müssen wir die Gläser erst noch blasen lassen.“ Das entscheidet sich heute. Dann werden die Linnicher Glasexperten den Schaden aus der Nähe begutachten. Aber was passiert, wenn die Vandalismus-Serie an der Chorhalle nicht endet? „Dann bleibt uns nur, Fangnetze vor den Fenstern zu spannen, die solche Vandalismusattacken abfangen.“

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