Schaukeln gibt Familien Gleichgewicht

Von: Hannah Lenkeit
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Eine starke Mannschaft: Aber die Paten und Projektmitarbeiter - hier vor dem SKF-Domizil an der Wilhelmstraße - suchen noch weitere Ehrenamtler zur Unterstützung von Familien im Alltag. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die beste Vorbereitung nützt nichts. Ist das Baby erst einmal da, ist sowieso alles anders als es die Elternratgeber, die Zeitschriften und die Verwandtschaft prophezeit haben. Eine allgemeingültige Formel gibt es schließlich nicht.

Wenn das Baby da ist, steht die Familie Kopf. 2006 startete der Katholische Verein für soziale Dienste (SKM) mit dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) vor diesem Hintergrund eine Initiative für Eltern: die Familienpatenschaft.

Sandburgen bauen

Das unbürokratische Angebot soll insbesondere jungen Familien, die sich allein gelassen fühlen, Müttern und Vätern in schwierigen materiellen oder persönlichen Lebenslagen oder schwangeren Alleinstehenden Hilfe bieten - und funktioniert auch. Schon über 100 Menschen engagieren sich ehrenamtlich als Familienpaten in Aachen - Weitere Paten sind herzlich willkommen.

SkF-Geschäftsführerin Ursula Braun-Kurzmann, SKM-Geschäftsführer Thorsten Nyhsen und Mitarbeiterin Eva-Maria Wagner stellten das Projekt jetzt mit Hilfe der drei ausgewählten ehrenamtlichen Familienpaten Christina Ruppert, Natascha und René Winkens sowie Beate Haupt vor. Die Paten unterstützten in einem von ihnen selbst bestimmten Zeitrahmen Familien im Alltag. Sandburgen bauen, Schaukeln, bei den Hausarbeiten helfen, einfach da sein. Kleiner Einsatz, großer Effekt.

Dem stimmt Winkens zu: „Ich bin berufstätig und kann daher nicht viel Zeit investieren, aber ich sehe die Erfolge.” Mit seiner Frau Natascha hat er die Patenschaft für zwei alleinerziehende Mütter übernommen. „Mittlerweile hat sich aus der Patenschaft eine Freundschaft entwickelt, sowohl zwischen uns Erwachsenen, als auch zwischen den Kindern”, sagt Natascha, Mutter von zwei Kindern. Erfolge sind nicht nur einseitig bemerkbar.

Das Engagement bekommt Kindern und Eltern gut - und in der Regel auch den Paten selbst. „Ich habe das Gefühl, dass dadurch das Sozialverhalten unserer Kinder gestärkt wird”, bestätigt Winkens. Auch die zweite Patin, Christina Ruppert, hat ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. „Zuerst war ich skeptisch”, räumt die 64-Jährige ein.

Mit Hilfe von professioneller Begleitung und Beratung konnte sie die Skepsis aber schnell überwinden. „Hilfe ist unerlässlich”, erklärt Ursula Braun-Kurzmann. Die Paten werden in Gruppen eingeteilt, um im Rahmen von zehn Leuten die Möglichkeit zum Austausch zu schaffen. „Die Treffen bieten Raum, um sich selbst zu reflektieren”, so Wagner. Christina Ruppert blüht in ihrer „neuen Familie” förmlich auf. „Man kann nochmal jung sein, das Leben neu entdecken und viel über Kinder und sich selbst lernen”, erzählt sie begeistert. Beate Haupt ist Patin von zwei jüngeren Kindern. Auch ihr gefällt das Projekt sehr. „Die Patenschaft ist etwas durchweg Positives”, sagt die 54-Jährige. „Es gibt mir so viel”, fügt sich hinzu. Eine Gemeinschaft, Ansprechpartner und eine Familie. Insgesamt ein großer Gewinn, dem stimmen alle zu.

Am Montag, 1. März, findet für alle Interessenten ein Informationsabend um 18 Uhr im Haus der SKM, Heinrichsallee 56, statt.
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