Eilendorf - Schaltkasten vorm Schaufenster: Friseur wehrt sich

Schaltkasten vorm Schaufenster: Friseur wehrt sich

Von: Matthias Hinrichs
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Mehr als ein Dorn im Auge: Friseurmeister Reinhold Kupferschläger ärgert sich über den großformatigen Relaiskasten direkt vor seinem Geschäft am Eilendorfer Markt – und will ihn wieder loswerden.

Eilendorf. Die Models auf den Plakaten in Reinhold Kupferschlägers Schaufenster lächeln tapfer weiter. Dem alteingesessenen Friseurmeister vom Eilendorfer Markt ist der Humor allerdings vergangen. Seit ein paar Tagen ist der gute Mann gewissermaßen auf Krawall gebürstet. Nicht nur, wenn er aus dem Fenster schaut.

„Das Ding kommt mir gerade recht“, sagt er bitter-ironisch, „wahrscheinlich ein Präsent zum 30-jährigen Bestehen meines Geschäftes. Oder was soll das bitte?“

Das „Ding“ nämlich thront in Gestalt eines ziemlich imposanten mausgrauen Relaiskastens direkt vor dem Eingang zu Kupferschlägers Salon an der Von-Coels-Straße: 1,61 Meter hoch, 3,40 Meter breit, um es haargenau zu sagen. „Ohne jede Vorwarnung haben die Leute vom Wasserverband Eifel-Ruhr mir das Teil vor die Tür gestellt“, wettert der resolute Figaro. „Das lasse ich mir nicht bieten, ich habe einen Anwalt eingeschaltet.“

Denn von „Schaufenster“ könne angesichts des kantigen Ungetüms, das gerade mal vier Meter entfernt an den Fahrbahnrand gewuchtet wurde, nicht mehr wirklich die Rede sein. Vor allem den örtlichen Politikern wäscht der gebeutelte Geschäftsmann daher den Kopf: „Im Vorfeld hat es meines Wissens mehrere Ortsbegehungen gegeben, an denen auch unsere Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler teilgenommen hat.“

Allein: Er selbst sei mit etlichen Beschwerden bei den Verantwortlichen von Stadt, Stawag und Wasserverband immer nur vertröstet und „herumgereicht“ worden. Dabei habe ihm ein Bauleiter vor Ort gesagt, es wäre kein Problem gewesen, das Monstrum ein paar Meter weiter zu montieren. „Die Leute im Haus nebenan wohnen im Hochparterre, die hätten sich bestimmt nicht dran gestört“, meint Kupferschläger.

Das weist Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler mit Nachdruck zurück. Immerhin gebe es an der besagten Position einen relativ breiten Grünstreifen. „Der Bürgersteig vor dem Haus, in dem Herr Kupferschläger übrigens nur Mieter ist, bleibt ja, wie er ist.“

Die Aktion sei letztlich unumgänglich gewesen. Um eine unterirdische Pumpstation zu versorgen, habe man den Schaltkasten, der sich vordem auf der gegenüberliegenden Seite der Von-Coels-Straße befand, zwangsläufig umquartieren müssen. „Andernfalls hätten wir wegen der maroden Zuleitungen die komplette Fahrbahn aufreißen müssen“, sagt Eschweiler. „Das hätte in keinem Verhältnis gestanden.“ Zudem sei das Vorhaben in der Sitzung der Bezirksvertretung bereits am 18. März öffentlich bekanntgegeben worden.

Davon freilich bekam der gar nicht mehr so lustige Figaro keinen Wind – vielmehr den sprichwörtlichen Fön, als die Monteure vor ein paar Tagen unverdrossen anrückten. „Ich bedaure das“, meint die Bürgermeisterin, „aber anders ging es leider nicht. Wir wären allerdings bereit, das Thema bei der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung noch einmal mit ihm zu erörtern. Vielleicht gäbe es eine Möglichkeit, seine Werbung auf dem Kasten anzubringen.“

Davon will Kupferschläger nichts wissen: „Wenn das Teil an Weihnachten noch nicht weg ist, werde ich es mit ein paar Lämpchen und einem Nikolausschlitten dekorieren oder so – aus Protest. Am Schaufenster machen sie dann ja nicht mehr wirklich Sinn.“ Kurzum: „Das Ding muss weg. Dafür werde ich weiter kämpfen.“

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