Schäferhunde haben intensive Prüfungen hinter sich

Von: Peter Schopp
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Schutzkleidung willkommen: Beim Schäferhundverein Soers zeigten Trainer und Tiere, welche Fähigkeiten in ihnen stecken. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wer als Hundehalter schon mal verzweifelt, weil sein Liebling nicht ganz so gehorcht, der konnte sich bei der Qualifikationsprüfung für Schäferhunde in der Soers davon überzeugen, dass die Schulung eines „tierischen“ Familienmitgliedes durchaus sinnvoll ist.

Die Fähigkeiten der Tiere wurden in drei Bereichen geprüft, nämlich in Fährtensuche, Unterordnung und im Schutzdienst. Der ausrichtende Schäferhundeverein Ortsgruppe Aachen Soers hatte erstmalig den Zuschlag für eine Prüfung auf diesem Niveau erhalten und bat zum Kräftemessen.

Schon bei der Namensgebung der Hunde wurden erste Unterschiede zum normalen Haustier deutlich. Einen Bello oder Hasso suchte man vergeblich auf der Starterliste, dafür aber fand man Namen wie „Mocca von Haus Heldmann“, „Pina vom grauen Teufel“ oder „Fax vom Röhnsaler Bach“. Schnell wurde dem neutralen Zuschauer klar, dass hier nicht „Hol das Stöckchen“ oder „Mach Platz“ gefragt war, sondern Leistungen auf hohem Niveau abgerufen werden mussten, um vordere Plätze belegen zu können.

Und die waren das Ziel bei der zweitägigen Veranstaltung, denn schließlich qualifizierten sich die drei Erstplatzierten für eine weitere Ausscheidung auf Bundesebene, vergleichbar einer Deutschen Meisterschaft.

In der Soers fand nun zunächst die Ausscheidung auf Landesebene statt. Im Parcours war am frühen Morgen eine Fährte ausgelegt worden, welcher die Hunde mit guter Nase und hoher Konzentration folgen mussten. Am Ende der Spur wartete dann ein mit Schutzkleidung bewehrter Helfer, an dem der Prüfling sein Verhalten in Bezug auf Unterordnung sowie im Schutzdienst unter Beweis stellen musste. Bei diesen Übungen stand einerseits die Kraft der Tiere sowie andererseits das Befolgen der Anordnungen des Hundeführers im Mittelpunkt. Und da hätte Bello wahrscheinlich große Augen gemacht, denn kleinste Anordnungen wurden mit höchster Intensität und Konsequenz befolgt.

Peter Mehlkopf, Erster Vorsitzender des Ausrichters SV OG Aachen Soers, wollte aber eines deutlich herausheben: „Bei allem Gehorsam der Tiere, uns ist der Spaß an der Sache ganz wichtig. Hier sollen keine Tiere zu Maschinen degradiert werden, sondern die Arbeit soll allen Beteiligten Spaß machen“. Außerdem bestände das Ziel der Arbeit mit den Schäferhunden darin, diese zu ausgeglichenen und selbstbewussten Familienschutzhunden zu erziehen.

Der gemeine Beißer ist unerwünscht im Club. Dass die Arbeit den Tieren Spaß machte, war ebenso augenscheinlich wie die hohe Konzentration bei Mensch und Hund während der Prüfungen. Um ihre Mitbewerber nicht abzulenken, waren die übrigen Hunde während der Prüfungen übrigens nicht am Parcours zu sehen. Die verschiedenen Prüfungen wurden mit höchsten 100 Punkten je Abteilung benotet.

Um das Niveau der Ausbildung für die Hunde immer wieder steigern zu können, trainieren sie am Hander Weg zwei Mal pro Woche. Zusätzlich besucht man sich, auch grenzüberschreitend, in verschiedenen Vereinen und Ortsgruppen beinahe wöchentlich.

Mocca, Pina und Fax haben jedenfalls intensive Prüfungen hinter sich. Auf einen Favoriten mochte Mehlkopf sich dabei nicht festlegen: „Ich habe ein paar Namen im Kopf, aber die behalte ich für mich. Dann kann ich mich auch nicht blamieren“, schmunzelte er. Unter den zahlreichen Zuschauern war man sich ebenfalls nicht einig, welches der 39 Teams (Hund mit Hundeführer) das Rennen machen würde. Ein Bello hätte jedenfalls keine Chance gehabt.

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