Aachen - Schachern und Baggern für die Kaiserplatz-Galerie

Schachern und Baggern für die Kaiserplatz-Galerie

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
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Trümmerfeld mit Perspektive: Die Abrissarbeiten auf dem Gelände der künftigen Kaiserplatz-Galerie gehen langsam, aber sicher voran. Doch nicht alle Häuser im Umfeld sind bereits verwaist. Foto: Michael Jaspers

Aachen. An der Tür des Hauses Beeckstraße 8 pappt ein Infozettel des Schornsteinfegers. Vergangenen Montag war dort die obligatorische Kaminprüfung fällig. Möglicherweise war´s die letzte - an der Rückfront sind die Bagger nämlich schon seit einer Weile schwer zugange. Das Projekt Kaiserplatz-Galerie geht langsam, aber sicher in die heiße Phase.

Voraussichtlich Ende November, berichtet Projektmanager Herbert Dierke, sollen die ersten beiden Häuser an der Ecke Beeckstraße abgerissen sein. Sie stehen längst leer. Die Tanzhalle im hinteren Trakt des Nachbarhauses ist bereits verschwunden.

Das Objekt Nummer 8 aber könnte noch eine Weile Bestand haben. Auf den Türschildern stehen noch fünf Namen. „Ich lebe seit zehn Jahren hier und habe eine Menge Geld in meine Wohnung investiert, neues Parkett verlegt und vieles mehr”, sagt eine der verbliebenen Mieterinnen.

Ein Umzug käme für sie „nicht in Betracht. Wenn überhaupt, dann müsste man mir eine Wohnung in ähnlich zentraler Lage anbieten. Und natürlich habe ich Anspruch auf Erstattung des Geldes, das ich in den vergangenen Jahren in die Wohnung gesteckt habe”. Bislang jedenfalls habe der Projektentwickler und neue Vermieter PEA noch kein „vernünftiges” Angebot gemacht.

Die Pädagogin ist nicht die einzige, die das so sieht. Immerhin mit drei der fünf verbliebenen Mieter des Hauses habe man sich derzeit noch nicht geeinigt, bekennt PEA-Geschäftsführer Herbert Pontzen - und redet sich viel schneller in Rage, als das Großprojekt an St. Adalbert benötigte, um Fahrt aufzunehmen. „Wir haben uns mit 140 Mietern gütlich geeinigt.” Aber es gebe eben „vereinzelte Forderungen, die einfach utopisch sind”.

Derzeit steht der 60 Tonnen schwere Bagger von Dieter Heeren ohnedies allein auf weiter Flur zwischen Schutt, verwaisten Häusern und mehr oder minder lädierten Fassaden. Am Portal zur riesigen Baustelle rangiert ein mächtiger Tieflader virtuos im Rückwärtsgang aus der riesigen Brache heraus. Viel mehr bekommen die wenigen Zaungäste nicht zu sehen. „Wir müssen die Häuser vorsichtig von der Rückfront aus abreißen”, erklärt Heeren.

Zurzeit, betont Pontzen, gehe es vor allem darum, die Fülle der zu entsorgenden Baustoffe, Kabel etc. in rund 30 Containern zu sortieren. „Mehrere Bagger von diesem Kaliber würden sich momentan nur gegenseitig behindern.” Zumal noch etliche Hausanschlüsse gekappt, Stromleitungen etwa für die Laternenbeleuchtung im Umfeld gesichert werden müssten.

In Kürze, berichtet Dierke, sollen allerdings auch die bereits entkernten Häuser am unteren Adalbertsberg komplett abgerissen werden. Parallel werde die gigantische Baugrube in Angriff genommen. „Dazu werden Betonpfähle in den Boden gebohrt, um die Außenwände der Grube zu stabilisieren”, erklärt Dierke. „Die erforderlichen Gutachten, auch zum Grundwasseraufkommen, liegen vor. Technische Probleme sehen wir nicht.”

Bliebe der eine oder andere „Interessenkonflikt”, etwa rund ums besagte Haus an der Beeckstraße. „Wir sind wirklich nicht hartleibig, haben viele Zugeständnisse gemacht”, sagt Pontzen. „Notfalls können diese Leute so lange dort wohnen bleiben, wie sie wollen.” Auch in der Adalbertstraße gebe es schließlich ein Objekt, „um das wir herum bauen”.
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