Aachen - Sause ohne Qualm und Alkohol

Sause ohne Qualm und Alkohol

Von: Hanna Sturm
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Musik wummert aus den Lautsprechern, auf der Fläche vor dem DJ-Pult drängen sich 200 junge Menschen, viele von ihnen tanzen den ganzen Abend fast ohne Pause. Das besondere an dieser Party-Szene: Es wird weder geraucht, noch fließt ein Tropfen Alkohol und um zehn Uhr geht das Licht an - schließlich sind die begeisterten Party-Besucher erst zwischen zwölf und fünfzehn Jahre alt.

Gefälschte Ausweise

Zum siebten Mal organisierte die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Offener Türen in Aachen (AGOT) die Youth Dance, die erste Party für unter 16-Jährige in Aachen.

„Hier haben die Jugendlichen die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen zu feiern”, erklärt Sahand Samieian, der mit seinem Komilitonen Maurice Kock die Idee für die Jugendparty hatte.

Bei verschiedenen Abi-Partys hatten die beiden festgestellt, dass immer wieder unter 16-Jährige versuchten, mit gefälschten Ausweisen reinzukommen. „Da haben wir uns irgendwann gefragt, warum die das eigentlich machen und gemerkt, dass es in Aachen überhaupt keine Partys für dieses Alter gibt”, erklärt der Student, wie es zu seinem Engagement gekommen ist.

Vernünftiges Konzept

Da nur öffentliche Träger solche Veranstaltungen organisieren dürfen, kontaktierten die beiden Studenten Georg Rössler, den Leiter des Carl-Sonnenschein Hauses. Gemeinsam mit der Offenen Tür Josefshaus, der Offenen Tür Gut Kullen der Evangelischen Kirchengemeinde, dem Kinder- und Jugendbegegnungszentrum Driescher Hof, dem Kinder- und Jugendzentrum St. Hubertus und dem Medien- und Kulturzentrum Philipp-Neri-Haus bildet das Carl-Sonnenschein Haus die AGOT. „Ich fand damals die Idee sehr interessant. Also haben wir angefangen, nach einem vernünftigen Konzept zu suchen”, erinnert sich Georg Rössler an die Anfänge.

Im Sommer 2007 konnten dann die ersten unter 16-Jährigen gemeinsam feiern, an manchen Abenden kamen über 400 Mädchen und Jugend in den Jakobshof. Hauptamtliche und ehrenamtliche pädagogische Kräfte aus den beteiligten Jugendzentren sind als Ansprechpartner immer bei den Partys dabei und achten darauf, dass die drei Grundregeln - „kein Alkohol, no smoking, keine Gewalt” - auch von allen eingehalten werden.

Sicherheitsleute und Sanitäter sind für alle Fälle auch immer anwesend. Passiert sei aber in den vergangenen Jahren noch nichts, ist Sahand Samieian zufrieden. „Die Jungs und Mädchen konzentrieren sich den ganzen Abend voll auf die Musik und haben einfach einen riesigen Spaß beim Tanzen. Ich glaube, deshalb gibt es keine Auseinandersetzungen.”

Bei der siebten Party konnten sich die jugendlichen Tänzer über ganz besonders gute Musik freuen, denn als „Special Guest” hatte sich ein professioneller Disc Jockey bereit erklärt, nur für eine kleine Aufwandsentschädigung aufzulegen.

Kontakt zu den Eltern

Nicht nur die Jugendlichen, sondern auch ihre Eltern sind froh, dass es ein solches Partyangebot in Aachen gibt. Sahand Samieian und die anderen Betreuer bemühen sich, stets Kontakt zu halten und rufen lieber einmal öfter bei den Eltern an, falls es Fragen oder Zweifel gibt. „Inzwischen hat sich schon ein richtiges Vertrauensverhältnis zu den Eltern entwickelt, das ist sehr wichtig.”
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