Sandkasten auf dem Katschhof: Es soll kräftig rattern und knacken

Von: Katharina Redanz
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Aachens garantiert schönster Sandkasten: Zwischen Dom und Rathaus können die Kleinen nach Herzenslust spielen, während eine Gruppe Kinder und Jugendliche in der „archimedischen Werkstatt“ arbeiten. Foto: Michael Jaspers
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„Und so dreht sich die Ente“: Künstler Berthold Westhoff weist die Teilnehmer in Maschinen und Materialien ein. Foto: Nadine Jungblut

Aachen. Zwischen Dom und Rathaus steht schon seit einigen Tagen Aachens größter Sandkasten – bereits am Wochenende spielten viele Kinder in den insgesamt 140 Tonnen Spielsand. Seit Montag allerdings wird im Sand auf dem Katschhof nicht nur frei gespielt, sondern auch getüftelt und gewerkelt.

In der sogenannten „archimedischen Werkstatt“ bauen 26 Kinder und Jugendliches an einer „absurden Maschine“, so Berthold Westhoff, Aachener Künstler und künstlerischer Leiter des Projekts.

Im Rahmen der Initiative „Future Lab Aachen 2016“ wird die Werkstatt als Ferienspielaktion gemeinsam von der Stadt und der Bleiberger Fabrik angeboten. Zusammen mit den Kindern bastelt Westhoff nun zwei Wochen lang an jener Maschine aus Recyclingmaterial, an der sich alles dreht und bewegt – verschiedene Kettenreaktionen innerhalb der Maschine sollen sie zum Laufen bringen.

Wissenschaftsstadt Aachen

„Die archimedische Werkstatt ist ein weiteres tolles Projekt im Rahmen des Future Labs“, so Oberbürgermeister Marcel Philipp. Durch kreatives Basteln an einer Maschine könne den Kindern spielerisch die Technik nähergebracht werden, die in der Wissenschaftsstadt Aachen auf höchstem Niveau angewandt wird. Auch Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik, war direkt von der Idee begeistert: „Ich konnte überhaupt nicht nein sagen, erst recht nicht bei dieser genialen Plattform zwischen Dom und Rathaus.“

Das Besondere an diesem technischen und künstlerischen Projekt sei, dass es ein ganz offener Prozess ist: „Eigentlich gibt es keine Vorgaben, nur elektrisch laufen soll sie irgendwie.“ Sie selbst freue sich schon auf das Ergebnis in zwei Wochen – „wenn die Maschine läuft und es richtig rattert und knackt.“

Gebaut wird die Maschine – in Anlehnung an den Schweizer Künstler Jean Tinguely – aus Recyclingmaterial: Von alten Fahrradteilen, Schaufensterpuppen und Holzbrettern über Küchenmixer und Waschmaschinenmotoren bis hin zu Orgelpfeifen, die beim richtigen Verbau auch Töne von sich geben können, ist auf dem Katschhof alles da, um eine außergewöhnliche, kybernetische Maschine zu bauen.

„Mein größter Wunsch ist, dass die Kinder Dinge machen oder zusammenbauen, die mir selber noch nicht eingefallen sind“, so der Künstler. Das finden die Kinder gut: „Es ist sehr interessant, einfach mal los zu bauen, ohne zu wissen was am Ende dabei herauskommt“, so die zwölfjährige Madeleine. „Zuhause bastle ich auch viel, aber dann immer mit Ziel. Ich weiß ja vorher, was ich haben will.“ Sie und ihre Schwester waren schnell begeistert, als sie von der Werkstatt hörten – und sind es immer noch.

Das Material wurde über mehrere Wochen hinweg gesammelt und stammt zum einen von Privatpersonen – selbst Montagmorgen lieferte eine Dame noch einen alten Staubsauger am Katschhof ab –, zum anderen von verschiedenen Sponsoren.

Auch die Stawag unterstützt das Projekt sowie den Sandkasten insgesamt: „Wir sind schließlich das Unternehmen, das in Aachen am meisten buddelt“, so Vorstand Peter Asmuth. „Dann können wir auch die Kinder buddeln lassen.“ Und genau das machen die „Kleinen“ im Sandkasten, während neben ihnen die „Großen“ an ihrer Maschine tüfteln.

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