Sandhäuschen: Streit, der nie enden will

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
rat1bild
Die einen halten es für eine „abgesägte Tennishalle”, die anderen für ein „wahres Schmuckkästchen”: So oder so ist das neue Familienzentrum in Laurensberg seit gestern beschlossene Sache. Der Streit um einen neuen Versnatsltungssaal ging derweil im Stadtrat in die nächste Runde. Entwurf: Voigt-Weiss Architekten

Aachen. Zunächst einmal zum Fakt: Das neue Familienzentrum an der Laurentiusstraße in Laurensberg ist seit Mittwoch beschlossene Sache. Der Stadtrat hat mit breiter Mehrheit die Hand dafür gehoben. Aber das war es dann auch schon in Sachen annähernder Einmütigkeit.

Wie die Zukunft des Areals am und um das ehemalige „Sandhäuschen” herum aussehen soll, darüber streiten sich die Politiker weiterhin wie die Kesselflicker. Und das seit Jahren bei wechselnden Mehrheiten und mit unterschiedlichen Vorzeichen. Die Diskussion im Stadtrat am Mittwoch bildete da eine logische Fortsetzung.

Das „Sandhäuschen” war eine Versammlungsstätte mit Gastronomie. Und um eine ebensolche wird seit Jahren heftig gerungen. Das alte Gebäude selbst wurde abgerissen, weil sich kein Pächter fand. Ein Neubaugebiet soll dort entstehen. Unter der Prämisse und Zusage, dass es einen neuen, wenn auch kleineren Veranstaltungssaal für Vereine und Bürger geben sollte. In den nun vorliegenden Plänen ist allerdings nur ein 50 Quadratmeter großer Raum im Familienzentrum für derartige Zwecke vorgesehen. Viel zu wenig, wie zuletzt auch die Laurensberger Bezirksvertretung einmal mehr monierte.

SPD-Planungspolitiker Norbert Plum untermauerte deswegen im Rat nochmals den Antrag, den Planbereich für das Zentrum einfach ein bisschen zu erweitern, um dort zumindest die Option für einen neuen Saal offen zu lassen. CDU-Fraktionschef Harald Baal widersprach.

Man müsse so ehrlich sein zu sagen, dass für derartige Pläne in absehbarer Zeit einfach kein Geld vorhanden sei. Wie er berichtete, habe es auch innerhalb der CDU darüber lange Diskussionen gegeben - insbesondere mit den Christdemokraten aus Laurensberg um Bezirksvorsteher und Ratsherrn Dr. Michael Pauly.

Dennoch sei man zu besagtem Ergebnis gelangt. Karin Schmitt-Promny erklärte für die Grünen, dass es in Laurensberg keinen Mangel an Veranstaltungsstätten gebe. Für größere Feste stehe zum Beispiel das Schulzentrum zur Verfügung. Und auch Baal nannte als Beispiel das Pfarrheim der benachbarten Kirche St. Laurentius. Das habe gleich drei unterschiedlich große Räume.

Da müssten erneut Gespräche geführt werden, ob diese - gegen Gebühr - genutzt werden könnten. Für die FDP ließ Ruth Crumbach-Trommler in einem teils historischen Exkurs keinerlei gutes Haar an den nun vorliegenden Plänen. Auch das Familienzentrum passe nicht in die direkte Nachbarschaft des alten Ensembles von Gut Barriere. Karin Schmitt-Promny bezeichnete hingegen das Familienzentrum als „wahres Schatzkästchen” für Laurensberg.

Auch Oberbürgermeister Marcel Philipp schaltete sich ein und bekundete, dass es ja noch einen zweiten Bebauungsplan geben werde - jenen mit den Einfamilienhäusern. In diesem Plan sei auch noch Platz für eine mögliche Veranstaltungsstätte. So sich denn tatsächlich noch ein Investor finden würde. Dem Vernehmen nach ist die Bürgerinitiative „Rettet den Laurentiusberg” (vormals „Rettet das Sandhäuschen”) dieser Tage auch beim OB vorstellig geworden und hat bekundet, dass es einen ebensolchen Interessenten gebe. Sollte es ein ernstzunehmendes Angebot geben, werde das geprüft, so der OB.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert