Laurensberg - Sandhäuschen: Der Krach geht weiter

Sandhäuschen: Der Krach geht weiter

Von: Günther Sander
Letzte Aktualisierung:

Laurensberg. Das Sandhäuschen ist Vergangenheit, unter anderem ein „Familienzentrum” soll nun in Laurensberg entstehen.

Die „Bürgerinitiative Laurentiusberg” allerdings kritisiert die Pläne, die am Mittwoch in der Bezirksvertretung diskutiert werden. Das „Familienzentrum” entstehe am falschen Ort, mit unvertretbaren Kosten, ohne Platz für die Laurensberger Vereine und zudem ohne Baurecht. In einem offenen Brief an Bezirksbürgermeister Dr. Michael Pauly (CDU) und an die gesamte Bezirksvertretung bringen Professor Werner Finke, Professor Helmut Schanze und Pfarrer Wilhelm Jansen ihre Sorgen deutlich zum Ausdruck.

Seitens der Bürgerinitiative ließen am Montag Dr. Hermann-Victor Johnen und Professor Dr. Werner Kasig wissen, dass ein erheblicher Konflikt zwischen Verwaltung und Politik auf der einen Seite und den Bürgern auf der anderen Seite nicht zu übersehen sei. Voller „Selbstlob” habe die Stadt den neuen Plan des Familienzentrums auf dem Gelände an Gut Barriere als „runde Sache” gepriesen.

Finke, Schanze und Jansen halten dagegen, denn es werde unter Sperrung der Zufahrtsstraße zur Kirche und zur nahen Wohnbebauung „auf Kosten der Bürger” an der Ertüchtigung des Kanalnetzes für ein Vorhaben begonnen, für das nicht einmal ein rechtskräftiger Bebauungsplan bestehe. „De facto wird mit dem Bau nicht im Frühjahr 2011, sondern jetzt schon begonnen”, ist zu lesen. Dem OB sei bisher weder ein Verkehrsgutachten noch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vorgelegt worden, habe man bei einem Gespräch mit dem Stadtoberhaupt zu hören bekommen.

Johnen und Kasig wollen mit den Bürgern am Mittwoch, 16.30 Uhr, vor dem Bezirksamt demonstrieren. Die Bezirksvertretung solle nur die Pläne nicht einfach „durchwinken”. Gefordert wird in dem Schreiben die „realistische Alternative”, die Wiederbelebung des Laurentiusberges ohne Zerstörung der historischen Substanz.

Nicht einzusehen sei, dass ein Baudenkmal durch Bebauung seiner für seine landwirtschaftliche Nutzung unentbehrlichen Freiflächen und durch „Entkernung unwiderruflich zerstört” werde. Der Kindergarten solle, ohne jemanden zu stören, am richtigen Platz gebaut werden: Auf dem freien Gelände des Sandhäuschens, mit den versprochenen Gemeinschaftseinrichtungen für Bürger und Vereine.

Axel Costard vom städtischen Presseamt sagte der AZ auf Anfrage, dass manches in dem offenen Brief nicht stimme. So könne nicht die Rede davon sein, dass mit einer Planung ohne Auftrag begonnen worden sei. „Mit dem Satzungsbeschluss - voraussichtlich am 8. September im Stadtrat - werden die rechtlichen Voraussetzungen für eine Verwirklichung des Vorhabens geschaffen”, so Costard. Beim Neubau einer Kindertagsstätte werde üblicherweise auch kein Verkehrsgutachten erstellt, denn in der Laurentiusstraße habe sich ja bereits ein Kindergarten befunden. Auch seien die Denkmalbehörden frühzeitig an den Planungen beteiligt worden.

Costard: „Der Standort des Familienzentrums wurde mit größtmöglichem Abstand zu den denkmalgeschützten Gebäuden geplant.” Die Forderung des Landschaftsverbandes Rheinland, auf das Bauvorhaben zu verzichten, sei im Abwägungsprozess zurückgewiesen worden.
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