Aachen - Sammlung Crous zeigt das „ungebaute Aachen“

Sammlung Crous zeigt das „ungebaute Aachen“

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Bauvorhaben, die nicht umgesetzt wurden: In der Sparkasse am Friedrich-Wilhelm-Platz lassen sie Dieter Bischoff (links), Geschäftsführer der Sammlung, und Professor Rudolf Bertig aufleben. Foto: Andreas Schmitter
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Mit Pauken und Trompeten: Die KG Scharwache Eschweiler stattete der Ausstellungseröffnung einen spontanen jecken Besuch ab.

Aachen. Bauprojekte, die aus unterschiedlichen Gründen nie verwirklicht wurden: In der Sparkasse am Friedrich-Wilhelm-Platz werden sie jetzt zum Leben erweckt. Mehr als 200 Aachener nahmen an der Eröffnung einer Ausstellung der AKV-Sammlung Crous teil. Sie trägt den Titel: „Ungebautes Aachen – die unsichtbare Stadt“.

An 24 Tafeln werden durch etwa 100 Fotografien und Skizzen zwölf von insgesamt 21 Projekten eines gleichnamigen Buches präsentiert, das in der Schriftenreihe der Sammlung als 3. Band erschienen ist. Es handelt sich um eine Reise durch vier Jahrhunderte, die der Betrachter erlebt und die seine Fantasie herausfordert. Die Ausstellung ist in der Schalterhalle zu den Öffnungszeiten bis zum Freitag, 11. Oktober, zu sehen.

„Es lohnt sich, durch die Ausstellung und das Buch die in vielen Facetten angedachten Bauvorhaben kennen zu lernen und sich dann zu fragen: Was wäre wenn?“, machte Hubert Herpers als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse die Gäste neugierig. Stünde zum Beispiel ein Denkmal mit Karl dem Großen hoch zu Ross auf dem Katschhof, wäre nicht nur das Bundeswehrkonzert dort nicht möglich gewesen. „Sie brauchen beim Betrachten der Ausstellung nur ein bisschen Fantasie, wo Sie gern spazieren gehen möchten“, animierte Herpers die Zuhörer.

Dieter Bischoff als Geschäftsführer der Sammlung gab eine kurze Einführung in ihren Bestand mit allein 5000 Druckschriften sowie ihre Präsenz im Leben der Stadt durch Vorträge, Ausstellungen und Bücher. „Alle drei Aktivitäten erleben Sie hier heute Abend“, sagte Bischoff. Beifall gab es, als er auf den Einsatz der 20 Ehrenamtler der Sammlung Crous hinwies.

Ein Dankeschön richtete Professor Frank Pohle an die 17 „Mittäter“ des Buches, die als Autoren eine alternative Geschichte Aachens beschreiben, die von Ideen, Visionen und nicht realisierten Projekten bestimmt ist. Sie beginnt nach dem Stadtbrand 1656 mit der Planung eines Glockenturms für den Aachener Dom im Domhof und führt bis hin zum Bauhaus Europa, dessen Planung 2005 begonnen hatte, dessen Entwurf dann jedoch durch einen Bürgerentscheid nicht umgesetzt wurde.

Ideengeber zu diesem Buch war vor eineinhalb Jahren Dr. Adam C. Oellers, Kustos des Suermondt-Ludwig-Museums. Er hatte eine Auflistung seiner Sammlung ungebauter Projekte auf der Internetseite zur Stadtgeschichte veröffentlicht. Als AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil diese Auflistung entdeckte, machte er dem Beirat der Sammlung Crous den Vorschlag, dazu ein Buch herauszugeben. Es ist in der Mayerschen Buchhandlung für 29,99 Euro erhältlich.

Der in Zusammenarbeit von Sammlung Crous und Historischem Institut der RWTH ausgelobte Geschichtspreis wurde im Rahmen der Ausstellungseröffnung erstmals verliehen. In der Kategorie „Oberstufe Schüler“ erhielten Ella Rosenberg und Jannika Lorenz den Preis aus den Händen des AKV-Präsidenten für ihren Videobeitrag: „Hexenverfolgung in Aachen“.

Die Schülerinnen von St. Ursula hatten auf dem Königshügel, dem Hexenberg, den Rechtshistoriker Dietmar Kottmann interviewt. Interessenten, die den Film sehen möchten, wenden sich an Andrea Jansen bei der Sparkasse Aachen, Telefon 444-4526. In der Kategorie „Laien“ wurde kein Preis vergeben. Dafür gab es in der Kategorie „Profis“ ebenfalls zwei Preisträger.

So erhielt Juliano de Assis Mendonca die Auszeichnung für sein Buch: „Geschichte der Aktiengesellschaft für Kur- und Badebetrieb der Stadt Aachen 1914 – 1933“. An Markus Maaßen ging der Preis für seine Magisterarbeit: „Der Weg in den Weltkrieg“ im Spiegel des „Echos der Gegenwart“.

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