Salvatorkirche: Auch der Innenraum erstrahlt wie neu

Von: Andreas Cichowski
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Hell und weltoffen: Architekt Mathias Paulssen und Projektleiter Engelbert Chaumet vom Gebäudemanagement der Stadt begutachten die renovierte Kirche. Foto: Andreas Cichowski
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Hell und weltoffen: Architekt Mathias Paulssen (links) und Projektleiter Engelbert Chaumet vom Gebäudemanagement der Stadt begutachten die renovierte Kirche. Foto: Andreas Cichowski

Aachen. Viele kennen die kleine Kirche hoch oben am Salvatorberg. 1886 wurde sie erbaut, doch reichen Wurzeln der Salvatorkirche bis hin ins 9. Jahrhundert, als schon Ludwig der Fromme eine Friedhofskapelle an gleicher Stelle errichten ließ.

Wie bei allen Bauten nagte der Zahn der Zeit am historischen Gotteshaus und hinterließ tiefe Spuren. Deshalb wurde die Kirche auf dem zweithöchsten Gipfel des Talkessels seit 2008 rundum restauriert. In zwei großen Bauabschnitten wurden der Turm saniert, das Dach erneuert und die Außenwände instandgesetzt.

Nach rund acht Monaten ist auch der dritte große Bauabschnitt, die Neugestaltung des Innenraumes, weitestgehend abgeschlossen und zeigt die größte sichtbare Veränderung. Denn die Kassettendecke, die 1957 im Zuge des Wiederaufbaus nachträglich eingezogen wurde, ist rausgerissen worden und der Dachstuhl von 1885 wieder freigelegt, so dass von nun an all seine Schnitzereien und kunstvoll bemalten und klassisch geölten Hölzer sichtbar sind.

Auch Undichtigkeiten seien beseitigt und die Statikprobleme im Dachstuhl behoben. „Da kommt nichts mehr runter“, versicherte Planer Mathias Paulssen vom Aachener Architekturbüro Paulssen + Schlimm.

Damit man zukünftig lesen kann, was im Gebetbuch steht, sind alleine für Licht und Stromleitungen rund 40 000 Euro in die Salvatorkirche investiert worden. Auch die Kreuzwegbilder wurden so wieder ins rechte Licht gerückt. Alles modernste LED-Technik, die es sogar möglich mache, Teile unabhängig voneinander zu dimmen und ein besonderes Ambiente zu erzeugen, was vor allem Kulturveranstaltungen zu Gute kommen soll.

Schaut man auf die Stirnwand über dem Altar, so werden auch zukünftig die Malereien dort unfertig wirken. „Da war seinerseits der Putz einfach abgeklopft worden“, berichtete Projektleiter Engelbert Chaumet vom Gebäudemanagement. Mitsamt der Malerei. Nur im oberen Bereich blieben sie erhalten. Bei der Restauration wurden die Bilder lediglich angedeutet und verschwimmen unter einer ockerfarbenen Farbschicht, die dem Bestand geschuldet sei.

Dass die Arbeiten nun doch etwas länger gedauert haben, hat einen einfachen Grund: „Wir haben auf Fördergelder gewartet“, meinte Chaumet. Da kam die großzügige Spende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Höhe von 60.000 Euro gerade recht.

Auch der Putz sorgte für Verzögerungen, denn an einigen Stellen sei dieser bis zu sechs Zentimeter dick. „Pro Millimeter braucht man einen Tag Trockenzeit“, erläuterte Architekt Paulssen.

Insgesamt hat die Sanierung rund eine Millionen Euro gekostet, allein der Innenraum schläge mit 190.000 Euro zu Buche, bilanzierte Projektleiter Chaumet.

In den nächsten Wochen soll die frisch renovierte Kirche wieder in Betrieb genommen werden, und das wird auch allerhöchste Zeit. Denn die Stadt und das Sozialwerk Aachener Christen, das die Kirche betreut, haben schon allerlei Trauungen, Taufen und Konzerte im Terminkalender.

Ende September müssen allerdings nochmals die Bauarbeiter ran: „Am Boden sind einige Reparaturen noch notwendig“, erzählte Chaumet. Die Holzpodeste unter den Bankreihen werden dann durch Juramarmor ersetzt. „Dieses Jahr zur Weihnachtsmesse wollen wir aber fertig sein.“

Und auch die Heizung soll bis dahin funktionieren. Glücklicherweise ist ein Heizkessel der Ölheizung noch im Bestand, so dass die Kosten mit 30.000 bis 50.000 Euro noch überschaubar seien. Zwar werde keine Wohnzimmertemperatur erreicht, aber es müsse keine Braut mehr frieren.

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