Sabine Verheyen düst erstmal nach Berlin

Von: re/stm
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Sitzt auf gepackten Koffern: Die neue Europa-Abgeordnete der CDU Aachen, Sabine Verheyen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Um 10.01 Uhr hebt am Dienstag der Flieger mit Aachens neuer EU-Parlamentarierin Sabine Verheyen Richtung Berlin ab. Im Bundestag trifft sie ihre 41 Fraktionskollegen von CDU und CSU zur ersten gemeinsamen Sitzung.

Die Koffer für Brüssel werden nächste Woche gepackt: Am 16. Juni sammelt sich dort ihre EVP-Fraktion, am 13. Juli steht die konstituierende Sitzung des Europaparlaments an. 28.759 der 176.891 Aachener Wahlberechtigten haben CDU und Verheyen gewählt - 34,19 Prozent.

Jeder Sechste wählt Union

„Das sind mehr als ein Drittel der abgegebenen Stimmen unter 31 Parteien - das ist ein deutliches Mandat”, resümierte Verheyen am Tag nach der Wahl. Oder anders formuliert: Nur jeder sechste Aachener Stimmberechtigte hat CDU gewählt.

Was angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung zu zum stattlichen Vorsprung von fast zehn Prozent vor der zweitstärksten Aachener Partei, der SPD (24,53 Prozent), reicht. „Frustrierend ist natürlich, dass es gerade in Aachen, wo Europa lebendiger ist also sonstwo, über 50 Prozent nicht mal für nötig halten, zur Wahl zu gehen”, ärgert sich Verheyen.

Einzelne Traumergebnisse fährt man trotzdem ein: 51,82 Prozent CDU-Stimmen zum Beispiel. Leider hat die Union diese absolute Mehrheit aber nur in einem Wahllokal im Aachener Osten - nämlich an der Königsberger Straße - erreicht.

Am Höfchensweg im Südviertel waren es 49,81 Prozent, und auch in Oberforstbach-Süd und am I.-Rote-Haag-Weg knabbert man an der 50-Prozent-Marke. Weniger erfolgreich lief´s am unteren Templergraben. Da machten nur 15,94 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei der CDU.

Der Wahlkampf für die Kommunalwahlen am 30. August dürfte an Schärfe gewinnen: OB-Kandidat Marcel Philipp (CDU): „Uns ist klar, dass eine Menge Aufgaben vor uns stehen. Wir müssen kämpfen, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Wir wollen Rot-Grün ablösen, ich will OB werden.” Als Nachfolgerin von Verheyen auf dem Bürgermeisterposten wird indes Kulturexpertin Margrethe Schmeer, die auf Platz drei der CDU-Liste steht, gehandelt.

Die SPD erreichte ihr mit Abstand bestes Ergebnis an der Tilsiter Straße mit 46,63 Prozent, die untere Haarener Gracht ist mit 41,31 Prozent auch noch in sozialdemokratischer Hand. Am Höfchensweg hingegen sieht die SPD kein Land mit mickrigen 10,64 Prozent.

„Mit den Kandidaten aus den Wahlbezirken werden wir das jetzt analysieren”, sagte OB-Kandidat Karl Schultheis. „Es geht natürlich um die Frage, was jetzt in den kommenden Wochen zu tun ist.”

Die Grünen geben das Frankenberger Viertel nicht aus der Hand - wie bei den vergangenen Kommunalwahlen. An der Frankenberger Straße holen sie 38,22 Prozent. Bismarckstraße, Charlottenstraße, Oppenhoffallee - es geht deutlich über 30 Prozent. Da, wo die SPD so stark ist, haben die Grünen nichts zu melden - an der Tilsiter Straße etwa, wo sie nur 6,22 Prozent der Stimmen sammeln. Fraktionssprecher Michael Rau: „Ein super Start. Wir spielen in der Liga der 20-Prozent-Parteien.”

Die FDP hat im Südviertel voll zugeschlagen. Am I.-Rote-Haag-Weg gibt´s 20,04 Prozent. Parteichef Alexander Heyn selbstbewusst: „Das Kommunalwahlergebnis kann nur lauten: FDP plus,x´”. An der oberen Stolberger Straße sind die Liberalen dagegen verpönt - 2,38 Prozent sprechen da eine deutliche Sprache.

Die Linken sind vor allem in der Hein-Janssen-Straße überdurchschnittlich gefragt - 13,04 Prozent gab´s dort. In Sief dagegen bleibt´s bei bescheidenen 0,71 Prozent.

Über 1459 Stimmen aus Aachen freute sich Physik-Student Richard Klees, der einzige Aachener, der es für die „Piratenpartei” auf den Stimmzettel geschafft hatte. 1,73 Prozent erzielten die Piraten. „Das hätte bei einer Kommunalwahl für einen Ratssitz gereicht. Wir denken jetzt darüber nach, ob wir da wieder in Aachen antreten”, sagte er.

Für Brüssel hat´s bei weitem nicht gereicht. Die Reise tritt Sabine Verheyen alleine an.
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