Saaltheater Geulen wird jetzt abgerissen

Von: Robert Esser
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Neubau hinter historischer Fassade: Anstelle des Saaltheaters Geulen entsteht sozialer Wohnungsbau mit Niveau – die Rückseite wird in den kommenden Wochen abgerissen. Foto: Michael Jaspers
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Neubau hinter historischer Fassade: Anstelle des Saaltheaters Geulen entsteht sozialer Wohnungsbau mit Niveau – die Rückseite wird in den kommenden Wochen abgerissen. Foto: Michael Jaspers
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Neubau hinter historischer Fassade: Anstelle des Saaltheaters Geulen entsteht sozialer Wohnungsbau mit Niveau – die Rückseite wird in den kommenden Wochen abgerissen. Foto: Michael Jaspers

Eilendorf. Wo ab 1952 Stars wie Udo Jürgens, Peter Alexander und im Februar 2007 zuletzt Helge Schneider auf der Bühne glänzten, logiert demnächst der Otto-Normalverbraucher. Fast zehn Jahre, nachdem der inzwischen gestorbene Konzertveranstalter Hubert Geulen sein über Aachens Grenzen hinaus populäres Saaltheater an der Von-Coels-Straße dicht gemacht hat, wird der marode Gebäudekomplex größtenteils abgerissen.

Am Dienstag rückten die Bagger an. Nur die 193 Jahre alte, weiß getünchte Bauernhausfassade soll erhalten bleiben. Dahinter entstehen neue Wohnungen Richtung Urbanstraße. Vor der Front passieren täglich bis zu 20.000 Fahrzeuge die Von- Coels-Straße.

Eilendorfs neue Mitte

Auf der anderen Straßenseite hatte der Bauherr Schlun Real Estate auf dem ehemaligen Parkplatz des Saaltheaters bereits 2009 rund 4000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche und einen einige hundert Quadratmeter großen „Dorfplatz“ gebaut. Hier sollte nach den Plänen der Projektentwickler aus Aachen und Gangelt schon damals für rund fünf Millionen Euro „Eilendorfs neue Mitte“ entstehen.

Jetzt wird das Projekt komplett realisiert. „Erst lag unser Fokus auf dem Nahversorgungszentrum, nun widmen wir uns auf der anderen Straßenseite dem Thema Wohnen“, erklärt Dirk Schlun. „Wir haben uns nach langen Überlegungen entschieden, dort keine Eigentumswohnungen, sondern sozialen Wohnungsbau – also Mietwohnungen – zu verwirklichen“, sagt er. Auf 1500 Quadratmetern Wohnfläche wachsen Appartements von 50 bis knapp 100 Quadratmetern. Hinter dem Haus soll das Schmuckstück des Projekts entstehen: ein frei zugänglicher Platz mit viel Grün, Kinderspielgeräten und einer stattlichen Grillecke.

„Hier sollen sich die Bewohner, aber auch Nachbarn wohlfühlen“, sagt der Projektentwickler. Die Vision ist ein lebendiger Treffpunkt für die ganze Nachbarschaft – so wie das bereits vor zehn Jahren vorgesehen war. In den kommenden Tagen soll ein stabiles Gerüst die betagte Straßenfront von innen stützen. „Die Fassade steht unter Denkmalschutz; wir werden das Gemäuer deshalb mit hohem Aufwand aufrechterhalten, wenn direkt daneben die Mauern fallen“, erläutert der Bauherr.

Treppenhäuser, Gastronomie, Saal, Nebenräume und die alte Wirtsstube mit Holzfassade werden zunächst von einem Unternehmen entkernt und dann abgerissen. Wo derzeit Richtung Von- Coels-Straße noch morsche Bretter hängen, wird künftig eine moderne Einfahrt zur Tiefgarage unter den Neubau führen. Parkprobleme sollen damit ausgeschlossen werden

Die Rückseite des alten Saaltheaters liegt an der Urbanstraße. Dort ist derzeit keine Wohnbebauung mehr geplant. Dies würde den beabsichtigten Freiraum zu sehr einengen. Dem Vernehmen nach könnten die ersten Wohnungen schon 2018 bezogen werden. Womöglich bringt jemand dann einen Kassettenrekorder zum ersten Grillfest oder Kaffeekränzchen im Innenhof mit – und spielt hinter Geulens alter Saaltheaterfassade – „Aber bitte mit Sahne“ – ein paar Hits von Udo Jürgens.

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