Aachen - RWTH: Vorlesungen bald im Anne-Frank-Gymnasium?

RWTH: Vorlesungen bald im Anne-Frank-Gymnasium?

Von: Thorsten Karbach
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Fast wie im richtigen Foto: Kevin Schmitz

Aachen. Neuer Raum für die Hochschule. Den würde Berthold Winterlich, der Schulleiter des Anne-Frank-Gymnasium, sofort schaffen – und der RWTH seine Aula für Vorlesungen öffnen. Als Winterlich las, dass die Universität provisorische Hörsäle am Westbahnhof montiert, sah er sich sofort in der Pflicht, Abhilfe mit der Aula des Schulzentrums Laurensberg zu schaffen.

„Wir wollen immer etwas von den Hochschulen, da können wir uns nicht abwenden, wenn die in Not geraten“, sagt er. Und fügt hinzu: „Die brauchen doch keine Zelte aufzubauen.“

Okay, Zelte sind es nicht, die am Republikplatz aufgebaut werden, darauf legt die Exzellenz-Universität großen Wert. Es handelt sich um Systembauten, die sich einfach auf- und ebenso rasch wieder abbauen lassen. Und in denen sollen ab dem Wintersemester erstklassige Vorlesungen in zwei Sälen mit jeweils 500 Plätzen gehalten werden – mit modernen Medien hinter wärmegedämmter Fassade.

Hinter den Kulissen läuft laut RWTH-Baudezernentin Gabriele Golubowitsch schon seit fünf, sechs Jahren die Suche nach weiteren Lehr- und Lernstätten. Frühzeitig wurde beispielsweise das ehemalige Heizkraftwerk ausgebaut, den zweiten Modellbau Physik auf Melaten hat die RWTH selbst finanziert – 1200 Quadratmeter für 5,3 Millionen Euro. Im Frühjahr 2014 werden 1500 Quadratmeter Chemiepraktikum (12,5 Millionen Euro) eröffnet. Am Hörsaalzentrum Claßenstraße wurde jüngst zwar Richtfest gefeiert, eingeplant werden kann es aber erst 2015. Dabei waren die 4000 Plätze im 45-Millionen-Euro-Bau ursprünglich fürs kommende Wintersemester eingeplant worden. „Das macht die Sache schon schwierig“, sagt Golubowitsch.

Kein normales Semester

Denn: Es wird kein normales Semester. Der doppelte Abiturjahrgang hat gerade seinen Abschluss gebaut, es werden sich mehr Studierende als in normalen Jahren einschreiben. Die RWTH rechnet mit 7200 statt 5000. Und schon jetzt stößt sie an Grenzen. Längst führt sie im Raumprogramm neben Seminarräumen im Büropark Kackertstraße und bei der Aixtron AG den Saal 1 des Apollo-Kinos (201 Plätze) und die Kinosäle 1 (514 Plätze), 4 (241), 8 (186) und 9 (123) des Cineplex‘. Vor der großen Leinwand kam sich mancher Studierender zunächst wie in einem schlechten Film vor.

„Wir sind super kreativ unterwegs, suchen überall nach zumutbaren Lösungen“, betont Golubowitsch. So werden unter anderem Foyers als Arbeitsräume möbliert. Schon vor zwei Jahren gab es laut Harald Beckers eine Anfrage seitens der RWTH bei der Stadt zu Schulräumen. „Letztlich wurden keinen adäquaten Angebote gefunden“, erläutert der Mann vom Presseamt. Er sieht – anders als Winterlich – hohe Hürden für Studenten in der Schule. „Vorlesungen ließen sich in den meisten Aulen nur in den Abendstunden organisieren, und dann haben wir ein finanzielles und ein Personalproblem“, erklärt Beckers. Würde abends eine Vorlesung gehalten, müsste ein Abendhausmeister engagiert und entlohnt werden. Golubowitsch spricht nach den Gesprächen mit der Stadt jedenfalls von „eingegrenzten Nutzungsmöglichkeiten“.

Die Nachbarschaftshilfe aus Laurensberg nimmt sie an dieser Stelle gerne zur Kenntnis: „Das ist ein nettes Angebot, wir glauben zwar, ganz gut aufgestellt zu sein, aber wir haken gerne nach“, erklärt sie. Berthold Winterlich sagt jedenfalls: „Ich fühle mich der Hochschule verpflichtet.“

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