RWTH-Studenten: „Soziales Unternehmertum ist das Ziel“

Von: Lee Beck
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Laden zum „Economic Forum“ im Zeichen des sozialen Unternehmertums: Anna Bonkhoff (von links), Tim Hecking, Pascal Neumann, Tobias Pickert, David Shu, Rajib Mondal, Thaksan Sothinathan und Nada Abedin. Es fehlt von den Organisatoren Oliver Peters. Foto: Andreas Steindl

Aachen. RWTH-Stipendiaten befassen sich mit diesem Thema im Rahmen eines Kongresses, der ab Freitag in Aachen läuft. Sie zitieren Gandhi und sind auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage: Können wirtschaftliche Ziele und gesellschaftlicher Mehrwert vereinbart werden?

Das klingt nach viel Idealismus, für die Studenten der RWTH aber lautet die Lösung: „Social Entrepreneurship“ (SE). Nada Abedin, Anna Bonkhoff, Rajib Mondal, Pascal Neumann, Oliver Peters, Tobias Pickert, Christian Pohen, David Shu und Thaksan Sothinathan haben sich für dieses Thema begeistertund ein umfassendes Programm auf die Beine gestellt. Der „Social Entrepreneurship Kongress Aachen 2014“, findet von Freitag, 4. April, bis Sonntag, 6. April, in Aachen statt.

Aber was verbirgt sich hinter diesem Anglizismus, der auf Deutsch „soziales Unternehmertum“ bedeutet? Es geht darum, mit unternehmerischem Denken und Handeln die Welt zu verbessern und dabei nicht auf Spenden angewiesen zu sein. In den letzten Jahren hat das Konzept viel an Popularität gewonnen. „Manche Universitäten, die Kurse im Social Entrepreneurship anbieten, sind sogar überlastet“, sagt Nada Abedin.

Als einer der prominentesten Sozialunternehmer gilt der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus. Er hatte die Idee, Mikrokredite an Menschen in Entwicklungsländern zu vergeben, damit sie sich selbst aus der Armut befreien können. 1983 gründete er in Bangladesch die Grameen Bank. Er glaubt daran, dass man die Merkmale des Kapitalismus verändern kann, indem das Unternehmertum neu definiert wird.

Die Organisatoren des Kongresses sind alle Stipendiaten der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Sie sind zwischen 20 und 25 Jahren alt und haben sich Professor Malte Brettel und Tim Hecking vom Gründerzentrum an die Seite geholt. Am Sonntag, 6. April, laden sie unter dem Titel „Aachen Economic Forum“ die Öffentlichkeit ein, das Sozialunternehmertum kennenzulernen.

Fünf herausragende SE-Persönlichkeiten werden Vorträge halten. „Wir wollen die Vielfalt der Ideen des sozialen Unternehmertums zeigen“, sagt Nada Abedin. „Die Veranstaltung soll sich als Raum für Dialoge etablieren – Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sollen an einem Tisch kommen“, erklärt Rajib Mondal die Ambitionen. Er sieht Aachen als interkulturelles Zentrum. Schirmherr des Forums ist RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg.

Für Freitag und Samstag hat die Hochschulgruppe der Studienstiftung des Deutschen Volkes 100 Stipendiaten aus ganz Deutschland nach Aachen eingeladen, um sie an das Thema heranzuführen. Ideen und Kreativität sollen angekurbelt werden und in einem Start-up-Workshop unter der Anleitung von Professor Malte Brettel an Konzepten gefeilt werden. „Wir wollen den Studenten, die etwas gründen wollen, dabei helfen“, sagt Nada Abedin.

„Denn der „Schritt von der groben Idee zur Umsetzung in ein richtiges Unternehmen ist der Schwierigste“, weiß Tim Hecking vom Gründerzentrum. Er selbst hat bei „Teach First“ gearbeitet. Die gemeinnützige GmbH bildet „Fellows“, Lehrkräfte auf Zeit, aus, die Schülern bei der Verbesserung ihrer Leistung helfen und die Persönlichen stärken ausbauen. Das Ziel: Dass jedes Kind, unabhängig der sozialen Herkunft, die Schulen mit einem Abschluss verlässt.

Den Einstieg in den Workshop hält Felix Oldenburg, Leiter von Ashoka, eine der wichtigsten Organisationen im SE-Bereich. Bei einem „Markt der Möglichkeiten“ stehen Vertreter von zwölf Unternehmen – darunter Teach First, managerfragen.org und Discovering Hands – zum Networking und Informieren zur Verfügung.

Die neun RWTH-Studenten sind hochmotiviert: Auch sie selbst können sich vorstellen, eines Tages Sozialunternehmer zu werden.

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