Runder Tisch entscheidet über Rettungsplan für sieben Grundschulen

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Die Zahlen stimmen nicht. Und deswegen heißt es an sieben Aachener Grundschulen seit Jahren, dass sie um ihre Zukunft zittern müssen. Denn auf dem Papier ist die Situation eindeutig.

Mindestens 18 Kinder müssen sich pro Schuljahr anmelden und 72 Kinder muss eine Schule insgesamt zählen. Und genau das ist an der KGS Beeckstraße, der KGS Bildchen, der KGS Horbach, der GGS Kronenberg, der Montessori-GS Eilendorf, sowie dem katholischen Zweig der Montessori-GS Reumontstraße und dem Standort Barbarastraße der GGS Brühlstraße das Problem, so dass rein schulrechtlich die Schließung droht.

Ein Runder Tisch wird nun über die Zukunft der sieben Schulen beziehungsweise Schulstandorte bestimmen. Schulleiter, Elternvertreter, Schulrätin Ulla Roder, Schulpolitiker und Verwaltungsvertreter - auch aus dem Sozialamt und Jugendpfleger - werden am 28. April zusammensitzen und an einer Art Rettungsplan stricken. Denn die Anmeldezahlen allein werden die Schulen wohl dauerhaft nicht retten können.

Der Runde Tisch geht auf einen politischen Antrag von CDU und Grünen zurück. Darin wird betont, dass die Zukunft der Aachener Grundschulen nicht allein von den Anmeldezahlen abhängig sein dürften. Auch Einzugsgebiete, soziales Gefüge und Gebäudezustand sollten in Betracht gezogen werden. Wohnungs- und Schulpolitik müssten ebenso betrachtet werden.

Von einem „örtlich zugeschnittenen Bildungsangebot” ist da die Rede und vom Grundsatz „kurze Beine, kurze Wege”. Und genau das ist der entscheidende Punkt. Gerade in Horbach, Bildchen und auf dem Kronenberg gibt es kaum Alternativen zu den Grundschulen. Die Kinder müssten bei Schließung einige Kilometer zur nächsten Schule zurücklegen.

Andererseits sind die Schulen auch ein wichtiger Standortfaktor für die Siedlungen und möglicher Anziehungspunkt für junge Familien - die sowohl in Horbach, Bildchen (Preuswald) und auf dem Kronenberg erwünscht sind. Sie sind wichtig für die Viertel. Und genau deswegen hatte es in der Vergangenheit klare Bekenntnisse zu diesen Standorten gegeben. Noch im Dezember hatten sich die Schulexperten Christian Steins (CDU) und Ulla Griepentrog (Grüne) beispielsweise für den Kronenberg ausgesprochen. „Dieser Schulstandort muss erhalten bleiben”, hatten sie erklärt.

Es geht also vor allem um die Frage nach dem „Wie?”. Die Barbarastraße und der katholische Zweig an der Reumontstraße sind bereits mit anderen Schulen zusammengelegt worden. Auswirkungen auf die Anmeldezahlen sind aber noch nicht abzuschätzen. Dennoch ist es nach AZ-Informationen wahrscheinlich, dass weitere Zusammenschlüsse gebildet werden, beziehungsweise dass die anmeldeschwachen Kleingrundschulen zu Standorten größerer Grundschulen werden. Aber dies soll eben im Dialog stattfinden, das betont die Politik nicht minder - deswegen der Runde Tisch. Ergebnisse sollen dann im Juni vorliegen.
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