Aachen - Rund um Dom und Rathaus: Spannender Sport vor historischer Kulisse

Rund um Dom und Rathaus: Spannender Sport vor historischer Kulisse

Von: Peter Schopp
Letzte Aktualisierung:
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Logenplatz in der ersten Reihe: Wie hier an der Schmiedstraße verfolgten viele Radsportfans das Radrennen „Rund um Dom und Rathaus“ bei kühlen Getränken und warmen Speisen. Foto: Andreas Schmitter
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Objektiv: Die sportliche Hatz über das Kopfsteinpflaster bot auch für Hobbyfotografen viele Motive. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Der Samstagabend hat viele Protagonisten: Allen voran die Radsportler, die eindrucksvoll unter Beweis stellen, warum dieser Sport die Menschen begeistert. Oder die Helfer des Malteserhilfsdienstes sowie die Damen und Herren der Verkehrswacht. Und auch Edith.

Edith, eigentlich nur Zuschauerin am Markt, kann vor dem Start einem notleidenden Pedalritter mit ihrem „Damenwerkzeug“ kurzfristig aus der Patsche helfen – mit ihrer Nagelfeile befestigt der Sportler flugs eine lose Schraube. Aber auch Tim und Ella sind aktiv. Die beiden sechsjährigen Zwillinge aus Burtscheid versorgen während des Rennens Familie, Freunde und die Umstehenden mit der aktuellen Zahl der verbleibenden Runden – immer die Rathaustreppen auf- und abrennend.

Kurzweilige Moderation

Am Markt, wo sich der Start- und Zielbereich befindet, unterhält derweil Moderator Henning Tonn, in früheren Jahren selber sehr erfolgreich im Sattel, kurzweilig die zahlreichen Zuschauer, stellt die Fahrer mit improvisierten Interviews vor und sorgt für fröhliche Gesichter. Guido Diefenthal, Präsident des veranstaltenden RC Zugvogel 09, schickt um 19 Uhr 55 Fahrer auf die 80 Runden mit einer Gesamtlänge von 72 Kilometern. Doch schon nach ein paar Sekunden stockt allen der Atem.

„Rennabbruch“, verkündet Tonn sichtlich aufgeregt. „Kein Aprilscherz“, versichert er zusätzlich, und auch die letzten Zuschauer, die an einen Witz glaubten, erschrecken und stellen sich im Geiste Bilder des Schreckens vor. Unterdessen rollen die ersten Radrenner mit gedrosseltem Tempo wieder auf den Markt. Schnell wird klar, was passiert ist: Letzte Reparaturarbeiten an der Strecke – Stichwort Kopfsteinpflaster – konnten nicht rechtzeitig vor dem Start beendet werden. Allerdings kommt die entsprechende Information nicht bei der Rennleitung an, so dass hier der normale Start erfolgt. Der ein oder andere Fahrer ist erkennbar „not amused“. Kein Wunder, man stelle sich vor, bei Tempo 60 taucht plötzlich ein Fahrzeug auf der Strecke auf! Nach kurzer Hektik können die Gemüter allseits wieder beruhigt werden, und mit fünf Minuten Verzögerung geht es endlich los.

Beim Gang um den Rundkurs wird einem die Faszination dieser Veranstaltung schnell klar: An der Rennbahn, am Markt, am Münsterplatz, überall haben Aachens Gastronomen Plätze in der ersten Reihe für ihre Gäste reserviert. Runde um Runde ziehen die Fahrer an der begeisterten und applaudierenden Menschenmenge vorbei. Hier und da versucht einer einen Ausreißversuch, aber das Feld lässt keinen entwischen. Die Gesichter der Fahrer lassen erste Rückschlüsse auf die Anstrengung zu. Den Büchel hinauf wird der Unterschied zwischen Radfahrer und Rad-Renn-Fahrer am deutlichsten: Die einen fahren bergauf in einem Tempo, welches die anderen bergab kaum hinbekommen.

Souveräner Sieger

Auf dem Markt hat sich in der Zwischenzeit die Zuschauermenge deutlich vergrößert. Tim und Ella wissen noch zu erzählen, dass ein Heißluftballon über dem Markt war, ein Fallschirmspringer und ein Mann mit ganz vielen Luftballons. Außerdem sind es nur noch neun Runden, die kann man schon mit den Fingerchen von zwei Händen anzeigen. Allerdings ist die sportliche Aufregung allseitiger Bewunderung gewichen, denn Florian Bissinger hat das komplette restliche Feld einmal überrundet und fährt einem souveränen Sieg entgegen. Während der Renndistanz sind stolze 40 Fahrer „ausgestiegen“, so dass alle verbliebenen 15 Rennradler in den Prämiengenuss der Aachener Bank kommen.

Bei der Pokalübergabe unter dem verdienten Beifall der Zuschauer erhalten die drei Erstplatzierten noch ein schön gefülltes Glas eines unterstützenden Gerstensaftbrauers. Es muss ihnen wie eine Oase in der Wüste vorkommen, jedenfalls nehmen sie alle einen kräftigen Schluck. Tim und Ella sitzen mittlerweile auf den Schultern der Erwachsenen. Die beiden haben ganze Arbeit geleistet und sind nun sichtlich erschöpft. Da haben sie dann eine ganze Menge gemeinsam mit den Sportlern.

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