Rund um den Markt schlagen Einbrecher zu

Von: Oliver Schmetz und Robert Esser
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Ärgerliches Déjà-vu: Zum zweiten Mal binnen zehn Tagen steht Michael Happek, Mitarbeiter von Sport Gruber in der Kockerellstraße, vor der zertrümmerten Eingangstür. Foto: Andreas Steindl
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Caterina Lenzen (links) und Philomene Uebachs haben in der Parfümerie Pieper in der Krämerstraße in diesem Jahr bereits drei Einbrüche erlebt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Eine gläserne Eingangstür, die nur noch aus Splittern bestand, ein paar leer geräumte Regale und Kleiderständer, tausende Euro Schaden und schon wieder dieser ganze Aufwand mit Polizei, Versicherung und Handwerkern: Für Inhaber Walter Lersmacher und seinen langjährigen Mitarbeiter Michael Happek begann der Tag bei Sport Gruber in der Kockerellstraße am Donnerstag mit einem ärgerlichen Déjà-vu.

Denn all das hatten die beiden exakt zehn Tage vorher schon genauso gesehen und erlebt. Und nicht nur das: Es liegt sogar der Verdacht nahe, dass es sich um die selben Täter handeln könnte. Denn bei beiden Einbrüchen wurde ausschließlich Kleidung einer ganz speziellen, hochwertigen Outdoor-Marke entwendet. „Die neuen Jacken haben wir erst am Montag hereinbekommen“, schüttelt Happek den Kopf. „Die wurden offenbar ganz gezielt gestohlen.“

Sport Gruber steht dabei nicht alleine, die Liste der Opfer ist lang. Rund um den Markt – so der Eindruck vieler Geschäftsleute – schlagen Einbrecher in diesem Jahr besonders häufig in Läden und Lokalen zu. Was im Übrigen im Trend liegen würde: Schon für das Jahr 2015 hatte die Kriminalitätsstatistik der Polizei alleine in Aachen einen leichten Anstieg auf 209 Geschäftseinbrüche ausgewiesen, während sich die Zahl der Einbrüche in Gaststätten auf 128 sogar mehr als verdoppelte.

Davon kann auch Tobi Klima, einer der Geschäftsführer der Bar „Dry“ in der Kockerellstraße, ein Lied singen – zumal er in diesem Jahr doppelt betroffen war. Einmal sprang dabei, wie er wegen der Videoüberwachung in seiner Bar weiß, der Täter mit einem Karatesprung durch die Scheibe, um eine einzige Flasche Alkohol zu klauen. Das andere Mal habe sich der Einbrecher in aller Seelenruhe gemächlich nach Beute umgesehen. „Das Erschreckende ist“, sagt Klima, „dass die überhaupt keine Angst haben, erwischt zu werden.“

Die Liste der Betroffenen lässt sich fortsetzen. Bei SinnLeffers deuten provisorische Holztüren auf einen kürzlichen Einbruch hin, in einen Kosmetikladen in Marktnähe wurde ebenfalls vor nicht allzu langer Zeit eingestiegen. Und ganz unten in der Krämerstraße, in der Parfümerie Pieper, berichten die beiden langjährigen Verkäuferinnen Caterina Lenzen und Philomene Uebachs von drei Einbrüchen alleine in diesem Jahr.

„Einmal die Tür, zweimal die Fenster“, bringt Lenzen die Schadenslage knapp auf den Punkt, während ihre Kollegin darüber nachsinnt, ob man die schweren Rollläden künftig nicht besser schon am frühen Abend herunterlässt. „Aber eigentlich sollen das ja Schaufenster sein...“

Michael Happek sieht in dieser Hinsicht aber nicht nur die Geschäftsleute in der Pflicht. „Da müssen Stadt und Polizei Farbe bekennen, mehr Präsenz zeigen und die Geschäftsleute besser schützen“, fordert er. Sonst sei man ja auch präsent. „Wenn ich im Sommer eine Palme vor die Tür stelle, kriege ich sofort ein Knöllchen...“

Seitens der Polizei hieß es am Donnerstag, dass man rund um den Markt durchaus Präsenz zeige. „Und wo sich die Fälle häufen“, so Polizeisprecherin Petra Wienen, „werden wir dies noch verstärken.“

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