Aachen - Rund 7000 Erstis stürmen die Hochschule

Rund 7000 Erstis stürmen die Hochschule

Von: Annika Kasties
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Überschwängliche Begrüßung der neuen Studenten: Die Fachschaft der Geowissenschaften war zum Beginn der Erstiwoche besonders kreativ. Foto: Andreas Steindl
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Zu den Erstis gehören auch Katharina Schwermer und Anna Kempny (kleines Foto v. l.). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wenn ausgestorben geglaubte Dinosaurier Anfang Oktober auf Aachens Straßen den Macarena tanzen, dann haben sich nicht etwa die Jecken vor lauter Vorfreude im Datum geirrt. Es ist lediglich Erstiwoche. Und wer um die Aufmerksamkeit von 7376 neu eingeschriebenen Studenten buhlt, der muss sich schon etwas Besonderes einfallen.

„Wir wollen richtig gut Werbung für uns machen“, erklärte Tanja Lukowski am Montag von der Fachschaft für Geowissenschaften und Ressourcenmanagement, kurz „GeoRes“, nach der offiziellen Begrüßung der neuen Studenten an der RWTH. Der erste Eindruck prägt nun mal. Und was ist prägender als der Anblick zweier Studentinnen, die auf dem Rücken ihrer als Dinosaurier verkleideten Kommilitonen tanzen? Die anderen Fachschaften werden neidlos anerkennen müssen: Dieser Punkt ging eindeutig an „GeoRes“.

Doch wie jeder weiß, geht der finalen Punktevergabe ein offizieller Startschuss voraus, und den gab es ab 9 Uhr im neuen Hörsaalzentrum C.A.R.L. Ernst Schmachtenberg begrüßte die neuen Studenten und versicherte, dass dieser Tag selbst für ihn und nach fast zehn Jahren als Hochschulrektor eine Premiere sei. Schließlich fand die offizielle Begrüßung durch den Rektor dieses Mal nicht wie zuletzt im Audimax, sondern im blitzblanken Hörsaalzentrum an der Claßenstraße statt.

„Früher musste ich die Bilder der Powerpoint-Präsentation noch selbst anklicken, heute muss ich mir die von anderen klicken lassen“, kommentierte Schmachtenberg die neue Technik. Topmodern gestaltete sich dann auch die Begrüßung selbst. Während Schmachtenberg in dem einen Hörsaal vor rund 1000 Studenten sprach, lauschten ihm nebenan weitere 800 Erstis – der Simultanübertragung sei dank. Und zwischendurch wechselte er kurzerhand den Raum – „damit mich jeder mal kennenlernt“. Ein Prozedere, das angesichts der erneut hohen Anzahl an Neueinschreibungen gleich drei Mal im Anderthalb-Stunden-Takt wiederholt wurde, je nach Studiengang gegliedert.

Als angehende Architektin gehört Katharina Schwermer zu den ersten „Erstis“. „Ich bin im Moment noch etwas überfordert“, gesteht die 18-Jährige. Aus dem Sauerland kommend, habe sie vor allem der gute Ruf der Hochschule nach Aachen geführt. „Außerdem ist die Größe der Stadt gut und die Innenstadt total schön“, sagt die Neu-Aachenerin. Einen wichtigen Hinweis zu ihrer neuen Heimat gab ihr Schmachtenberg gleich mit: „In Aachen gibt es genau zwei Jahreszeiten: warmen Regen und kalten Regen.“

Zum Glück für die Neu-Aachener übte sich ebenjener aber zum Beginn der Erstiwoche in Zurückhaltung. Nach dem offiziellen Programmpunkt im C.A.R.L. gingen die Studenten zum gemütlichen Teil des Tages über. Mit ihren jeweiligen Fachschaften stürmten sie die Innenstadt. Insbesondere rund ums Ponttor war es brechend voll.

Im Vergleich zum inoffiziellen Höhepunkt der Einführungswoche am Mittwoch dürfte dies jedoch nur ein kleiner Vorgeschmack gewesen sein. Dann nämlich werden die Erstis bei der traditionellen Erstirallye die Innenstadt einnehmen. Als „Kindergeburtstag mit lustigen Spielen“ beschreibt ein Vertreter des zentralen Erstsemesterarbeitsteams (ESA) das Spektakel.

Dreh- und Angelpunkt ist von 11 bis 17 Uhr der Templergraben, wenn insgesamt 17 Fachschaften Teile der Innenstadt in ein Spielparadies mit Hüpfburgen und verschiedenen Wettkampftständen verwandeln. So wird man unter anderem bei den Zahnmedizinern einen Zahn putzen können, während die Bauingenieure in einem Bällebad nach Bauhelmen suchen. Und all dies mit dem Ziel, möglichst schnell möglichst viele Punkte zu sammeln.

Dass es dabei jedoch nicht immer feierlich zugeht, wissen alteingesessene Aachener nur zu gut. In der Vergangenheit hatte die Erstiralley insbesondere wegen ausufernder Alkoholexzesse für Konflikte gesorgt. Ein mit Polizei und Stadt abgestimmter Verhaltenskatalog soll auch dieses Jahr dafür sorgen, dass der Spaß im Vordergrund steht – und zwar nach Möglichkeit für alle Beteiligte. So gilt erneut ein striktes Glasflaschenverbot. Außerdem sind die Mentoren darauf geschult, die Erstis entsprechend anzuweisen. Plastikdinosaurier sind jedoch auch dieses Mal ausdrücklich nicht verboten.

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