Aachen - Rund 500 Abiturienten feiern seligen „Bierathlon“

Rund 500 Abiturienten feiern seligen „Bierathlon“

Von: Andreas Cichowski
Letzte Aktualisierung:
14350570.jpg
Ausgelassen, aber friedlich: Hunderte Meter lang zog die Karawane der angehenden Ex-Schüler über die Franzstraße Richtung Südviertel, meist blieben die Pennäler brav auf den Gehwegen . . . Foto: Andreas Cichowski
14350573.jpg
. . . vor allem rund um den Tunnel an der Mozartstraße „knubbelte“ sich der Tross. Dort hatten die Autofahrer eine Weile das Nachsehen . . . Foto: Andreas Cichowski
14350575.jpg
. . . während die Party am Hangeweiher noch einmal richtig Fahrt aufnahm – laut Polizei bis zum späten Abend aber ohne größere Ärgernisse. Foto: Andreas Cichowski

Aachen. Pauken (vorerst und fast) ade! Für die Aachener Abiturienten hat am Montag die letzte Schulwoche begonnen. Traditionell werden die letzten Tage Schulbankdrücken mit einer turbulenten „Mottowoche“ zelebriert. Ehe nach Ostern die Abiklausuren starten, wird noch einmal so richtig die sprichwörtliche Sau rausgelassen.

Auch der „Bierathlon“ gehört mittlerweile zur Tradition – vorab: Das gesternsaftgeschwängerte Treiben der massenhaft schwofenden, laut Polizei rund 500 (Ex-)Pennäler zwischen City und Hangeweiher ging – anders als manches Mal zuvor – ohne größere Zwischenfälle vor sich.

Oftmals mit Bierkästen im Schlepptau marschierten die vielfach kostümierten Jugendlichen am Mittwochnachmittag bestens aufgelegt Richtung Südraum. Denn der „Bierathlon“ trägt seinen Namen natürlich nicht von ungefähr. In manchen Regionen wird das Spektakel auch als „Kastenlauf“ oder „Bierkastenrennen“ bezeichnet.

Die Wurzeln reichen übrigens mehr als 30 Jahre zurück, bereits 1982 versammelte sich eine große Anzahl von Studenten in München, um durch den Englischen Garten zu ziehen. Ziel: die flüssige Fracht vor Ankunft zu leeren, denn mit leerem Kasten läuft es sich bekanntlich leichter – ein wahrer Balanceakt zwischen der zu tragenden Last und den Auswirkungen des Alkoholkonsums.

In diesem Sinne versammelten sich nach Schulschluss hunderte Abiturienten vor St. Leonhard, dem Motto des Tages gemäß ausstaffiert als „Asi“ oder passend zum Thema „Ballermann“ verkleidet. Hauptsache auffallen, hieß die Devise, was bei Außenstehenden die durchaus willkommenen verdutzten Blicke auslöste.

Gegen 15.15 Uhr startete dann der große Marsch zum Hangeweiher. Im Vordergrund stand aber – anders als in München – diesmal nicht die Bierseligkeit, sondern gemeinsam Spaß zu haben, auf sich aufmerksam zu machen und einfach ausgiebig zu feiern.

Angekündigt und organisiert wurde das Event via Whats-App, um dann mündlich die Runde zu machen, ohne dass die Stadtoberen etwas davon mitbekommen sollten. Denn was bei den Abiturienten für Spaß sorgen und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken soll, trifft bei manchen Anwohnern auf wenig Freude und Verständnis. Zumindest war dies so aus den Vorjahren bekannt, zumal die ausgelassenen Teenager über die Straßen marschierten, den Verkehr zum Erliegen brachten und hinterher auch mal einen völlig verdreckten Hangeweiher hinterließen. Diesmal aber lief der „Bierathlon“ deutlich gesitteter ab.

Von Gewalt gab es keine Spur, und auch die Auswirkungen des Alkoholkonsums hielten sich in Grenzen. Außerdem ermahnten sich die Oberstufenschüler gegenseitig, möglichst auf den Gehwegen zu bleiben. Nur im Tunnel in der Mozartstraße knubbelte es sich gewaltig, dort sang die etwas andere Festgemeinde gemeinsam „Abi-abi-abi-abitur!“ und hüpfte ausgelassen über die Fahrbahn – die Autofahrer mussten aber nicht allzu lange warten.

Auch im Hangeweiher zeigte sich ein insgesamt ruhiges Bild – aber natürlich wurde getanzt und bis in den Abend hinein bei Musik „gechillt“, bis auch die letzte Flasche geleert war. Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes beobachteten die Szenerie, bestätigten auf Anfrage aber, dass es nicht zu „besonderen Vorkommnissen“ gekommen sei. Natürlich sei es nicht schön, dass mehrere Glasflaschen zu Bruch gegangen seien. Und „wo viel Bier getrunken wird, muss es auch wieder raus“, wie ein Vertreter der Ordnungskräfte meinte – was nicht immer auf die vornehme Art geschehen sei. Letztlich hätten sich die Auswüchse aber durchaus im Rahmen gehalten, wie die Polizei am Abend bestätigte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert