Aachen - Rund 20 Maskierte zertrümmern Lokal am Adalbertsteinweg

Rund 20 Maskierte zertrümmern Lokal am Adalbertsteinweg

Von: Oliver Schmetz
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Die Angreifer zerschlugen buchstäblich die gesamte Einrichtung des Lokals. Symbolfoto: Colourbox

Aachen. Im Kampf gegen Rockerbanden hat die Polizei zuletzt bemerkenswerte Erfolge erzielt. Aus dem Aachener Rockerkrieg zwischen Bandidos und Hells Angels war ein Krieg gegen Rocker in Aachen geworden – mit den Ermittlern auf der Siegerseite.

Nicht weniger als 21 Rocker haben die Fahnder in den vergangenen Monaten hinter Gitter gebracht, darunter zwölf Mitglieder der Hells Angels und acht Bandidos. Die Folge: Um das Thema Rocker ist es ruhig geworden in Aachen.

Kein Wunder, dass die Polizei deshalb Übergriffe wie in der Nacht zum vergangenen Dienstag, als rund 20 maskierte Männer mit Baseballschlägern eine Bar am Adalbertsteinweg überfielen, genau unter die Lupe nimmt. Schließlich will man sofort erkennen, ob möglicherweise alte Konflikte wieder aufflammen oder sich neue entzünden. Und bei besagter Tatausführung – 20 Maskierte mit Baseballschlägern – denke man ja automatisch sofort an einen möglichen Zusammenhang mit der Rockerkriminalität, so Polizeisprecherin Sandra Schmitz.

Ereignet hat sich der Überfall am Dienstagmorgen um kurz nach 2 Uhr. Die Täter stürmten ins Lokal und schlugen den Angestellten nieder, der sich laut Polizei dort alleine aufhielt. Danach zertrümmerten sie mit den Baseballschlägern das komplette Inventar der Bar. Der Angestellte wurde mit dem Rettungswagen zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht.

Weder er noch der Besitzer der Bar habe bislang zu möglichen Hintergründen der Tat nähere Angaben gemacht, so die Polizei. Auch dies könnte ins Rockermilieu verweisen. Schließlich stoße man dort bei Ermittlungen oft auf eine Mauer des Schweigens, so Schmitz. Außerdem gebe es Zeugen, die auf der Straße auf den Überfall aufmerksam wurden und bei manchen der Täter Rockerkutten gesehen haben wollen – ohne diese jedoch einer bestimmten Gang zuordnen zu können.

Ob es also Bandidos oder Hells Angels waren oder eine bislang in Aachen noch nicht aktive Gruppierung zugeschlagen hat, ist noch unklar. Auch ob es überhaupt Rocker waren. Das überfallene Lokal nämlich ist zumindest nach den Erkenntnissen der Polizei bislang nicht als einschlägiger Rockertreff aufgefallen.

Sollte sich jedoch herauskristallisieren, dass in der Nacht zum Dienstag am Adalbertsteinweg eine neue Gruppierung aktiv geworden ist, käme dies für die Ermittler zumindest nicht überraschend. Man habe zuletzt schließlich sehr viele Rocker festgenommen, darunter auch führende Köpfe, so Schmitz. Da könne es gut sein, dass nun eine andere Gang dieses Vakuum nutzen wolle „und versucht Fuß zu fassen“.

Schließlich geht es den Rockergangs nicht nur ums Kuttentragen, sondern in erster Linie um kriminelle Betätigungsfelder wie Drogenhandel, Prostitution und Schutzgelderpressung. Bis zur noch rätselhaften Tat am Dienstagmorgen habe es in den vergangenen Wochen keinerlei Hinweise auf eine neue Gang gegeben, so Schmitz. Es war eben sehr ruhig geworden um das Thema Rocker in Aachen.

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