Rund 140 Institutionen beim „Tag der Integration”

Von: Robert Flader
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Zum ersten Mal dabei und gleich begeistert (v.l.): Rosalie Kitangie, Vivian Steinbeck und Evelyne Lukengu beim „Tag der Integration”. Schwerpunkt waren Infos zu Berufswahl und Ausbildung. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Gespannt sitzen sie in der ersten Reihe und lauschen den lebhaften Diskussionen oben auf der Bühne. Dort, wo zwei von ihnen gleich selbst ihren großen Auftritt haben. Doch vorher wollen Vivian Steinbeck, Evelyne Lukengu und Rosalie Kitangie wissen, was genau der „Tag der Integration” eigentlich ist.

Bei der vierten Auflage des interkulturellen Festes sind die drei Schülerinnen nämlich das erste Mal dabei. Besonders interessant ist es für sie, da der Schwerpunkt auf der Berufswahl und den Anforderungen junger Menschen liegt. „Das ist ja wirklich eine ganz tolle Veranstaltung”, staunt Rosalie schon nach ein paar Minuten. „Was man hier so alles über Menschen aus anderen Kulturen erfährt.”

Die 16-Jährige hat sich ein paar Fragen notiert, die sie loswerden möchte. „Zum Beispiel, wie meine Chancen stehen, einen Platz als Erzieherin zu finden, wenn ich im nächsten Jahr mit der Schule fertig bin.” Auch dafür ist sie zum Pius-Gymnasium, wo in diesem Jahr der „Tag der Integration” stattfand, gekommen.

Vivian und Evelyne treten als Models für das Misereor Kinderhilfswerk auf. „Wir wollen auf die Probleme anderer Menschen, vor allem Kindern in Afrika, aufmerksam machen.”

Rund 140 Institutionen beteiligten sich in diesem Jahr am „Tag der Integration”, berufliche Perspektiven aufzuzeigen, war das erklärte Ziel der Organisatoren. „Und das ist für alle Jugendlichen wichtig”, sagt die Leiterin der Stabsstelle Integration, Iris Kreutzer. „Nicht nur für die mit Migrationshintergrund.”

Trotzdem sei gerade bei denen die Zahl der Ausbildungsabbrecher besonders hoch, „mit steigender Tendenz”. Und deswegen lag der Schwerpunkt eben auf den Themen Berufswahl, Bewerbung und Ausbildung. Doch kamen auch die Liebhaber von ausländischen kulinarisches Spezialitäten und verschiedenen Tänzen in den Räumlichkeiten des Pius auf ihre Kosten. Keine Frage, der „Tag der Integration” zog auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Aachener an.

An einem der zahlreichen Stände steht auch Siham Rahmouni. Die Auszubildende informiert über ihre Tätigkeit als Bankkauffrau. „Man zählt ja nicht den ganzen Tag nur Geld”, sagt sie und lacht. „Wir beraten natürlich auch, kalkulieren und machen noch vieles mehr.” Einige Interessenten konnte sie schon für einen simulierten Einstellungstest gewinnen. „Wir wollen Jugendlichen die Scheu nehmen, einen ersten Kontakt aufbauen und ihnen unsere Arbeitsweise verdeutlichen.” Siham Rahmouni weiß, wovon sie spricht, ihre Eltern kommen aus Marokko. „Gerade in unserem Beruf könnten es doch ein paar Menschen mehr mit Migrationshintergrund sein.”

Rosalie sitzt mittlerweile allein in der ersten Reihe, Vivian und Evelyne bereiten sich auf ihre Modenschau vor. „Dieses Fest müsste es viel öfter geben”, sagt Rosalie. Sie lauscht immer noch den Diskussionen von verschiedenen Aachener Arbeitgebern auf der Bühne. Sie ist zufrieden, sie hat ihre Antworten bekommen. Nächstes Jahr will sie wiederkommen, dann mit neuen Fragen im Gepäck.
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