Aachen - „Route Charlemagne”: Verborgene Schätze sollen wieder ans Licht

„Route Charlemagne”: Verborgene Schätze sollen wieder ans Licht

Von: Matthias Hinrichs
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Zukunftsweisende Konzepte für Aachens historische Schätze gesucht: Auch die stadtgeschichtliche Sammlung, bislang beheimatet in der Frankenburg, soll stärker ins Blickfeld rücken. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Die inhaltliche und geografische Ausrichtung der „Route Charlemagne” ist festgezurrt - wie und wo aber kann man die Fülle der Zeugnisse aus Aachens Vergangenheit besser als bislang ins Blickfeld rücken? Die Frage treibt nicht nur die Interessengemeinschaft Historisches Museum nachhaltig um.

„Wir brauchen eine systematische Diskussion mit Bürgern und Politikern, um eine klare Konzeption für die Präsentation der stadtgeschichtlichen Sammlung zu entwickeln”, sagt Professor Gerhard Curdes, Sprecher der Initiative. Die IG hat daher nun eine Art Grundlagenpapier vorgelegt, um die Debatte auf eine neue, breitere Basis zu stellen.

Denn spätestens mit der Schließung des Museums in der Frankenburg - und auch angesichts jüngster archäologischer Funde - stelle sich die Frage nach einer angemessenen Präsentation lokaler Schätze umso dringlicher.

„Die Stadt weiß noch immer nicht, was sie wirklich will”, moniert Curdes. Denn die „Route Charlemagne” könne zwar viele interessante Akzente im Hinblick auf die historische Rolle und Entwicklung Aachens setzen. Sie könne „jedoch nicht das ersetzen, was in der Burg Frankenberg versammelt war” und nun, neu aufgearbeitet, in thematisch umfassenden Wechselausstellungen gezeigt werden könne und müsse. Kurzum: Im Umfeld der alten Kaiserpfalz und des Weltkulturerbes Dom werde ein „Ort für die Stadt- und Regionalgeschichte sowie besonders die Archäologie weiter gebraucht”.

Zwar betont Curdes, dass eine Bündelung der vielfältigen Exponate nicht zwingend unter einem Dach erfolgen müsse. „Aber die Präsentationen sollten zumindest durch kurze Wege verbunden sein.” Langfristig müsse in diesem Zusammenhang auch die Frage erlaubt sein, ob eine Unterbringung des Stadtarchivs im ehemaligen Rheinnadel-Gebäude am Reichsweg sinnvoll sei. „Das werden wir wohl erst in zehn bis 15 Jahren wissen”, meint Curdes.

Komme hinzu, dass sich die Angebote des Archivs mit denen des Zeitungsmuseums in mancher Hinsicht überlagerten. Und: Auch die umfangreichen historischen Bestände der Volkshochschule könnten in einem neuen, gemeinsamen Rahmen der Öffentlichkeit wesentlich besser zugänglich gemacht werden.

Letztlich böten sich auch in der Innenstadt in absehbarer Zeit potenzielle Objekte für eine gemeinsame Präsentation, etwa die Grundschule am Fischmarkt oder auch das Generalvikariat am Klosterplatz, meinen die Vertreter der Interessengemeinschaft. „Früher oder später könnten diese Immobilien frei werden.

Auch wenn es dazu derzeit noch keine konkreten Überlegungen gibt, sollte man doch bereits jetzt über Möglichkeiten wie diese nachdenken”, sagt Curdes. Dabei müsse der Blick auch auf die neue Städteregion gelenkt werden, deren Gemeinden schließlich von jeher im engen Verbund mit der alten Krönungs- und Reichsstadt ständen. Curdes: „Wir erwarten von der Politik eine verbindliche Willenserklärung, damit konkrete Beschlüsse zur Schaffung eines Historischen Museums gefasst werden können.”
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