Roskapellchen: Baustelle ohne Ende?

Von: Sarah Siemons
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Umbaut: Noch bis zum Mai soll das Roskapellchen vom Bauzaun umgeben sein. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Seit Juli 2006 ist das Roskapellchen, Aachens ältestes Kleinod in der Rosstraße, von einem Gerüstbau umgeben. Doch seit im Juli 2008 die „Laterne” der Kapelle saniert wurde, ruhen hier die Arbeiten.

Dass seit so langer Zeit niemand mit der weiteren Sanierung beschäftigt ist, habe viele Gründe, wie Wolfgang Acht auf Anfrage der Aachener Zeitung erklärte. Der Pastor in St. Jakob führt über die Chronik der Restauration selbst Buch.

Zum einen sei die Denkmalpflege zeitraubend. Das Gebäude, das 1759 erbaut wurde, gehört der Stadt Aachen. Pächter ist jedoch die Pfarre St. Jakob, die laut Vertrag für „Dach und Fach” der Kapelle verantwortlich ist.

Da derzeit ein Förderantrag beim Denkmalschutzamt läuft, müssen alle Planungen dort abgesegnet werden. Und das hat in der Vergangenheit bereits viel Zeit gekostet.

Der eigentlich beabsichtigte Anstrich musste immer wieder verschoben werden, auch, weil die festgestellten Schäden größer waren als angenommen. So wurden von Juli bis November 2007 erst einmal Schäden am Dach repariert: die Abdeckung erneuert und bessere Ablaufmöglichkeit des Regenwassers geschaffen.

Dann verschwand das Gerüst um die sechseckige Marienkapelle, weil die Stawag wegen Kanalarbeiten die komplette Straße bis zur Stromgasse aufriss.

Es kam erneut zu Verzögerungen der Sanierung, allerdings erklärte sich die Stawag in Absprache mit der Stadt bereit, für die Lichtinstallation des Kapellchens zu sorgen. Angedacht ist eine Innenanlage, die mit einer Zeitschaltuhr versehen ist.

Seit Juni 2008 steht das Gerüst nun wieder. Selbst als der Verein „Streuengelche van de Rues” zur alljährlichen Roskirmes einlud, feierte das Viertel rund um den Bauzaun.

An Gebete in der Kapelle ist seitdem nicht zu denken. Nicht nur deshalb ist der derzeitige Zustand dem Vorsitzenden des Vereins, Detlef Houben, ein Dorn im Auge: „Viele schimpfen natürlich. Aber ich kann nichts dagegen tun”, sagt er.

Die Marienverehrung an dieser Stelle ist älter als das heutige Gebäude. Spätestens seit dem 17. Jahrhundert stand wohl schon ein kleines Heiligenhäuschen dort.

Heutzutage feiert das Jakobsviertel vor allem bei der jährlichen Kirmes mit dem Streuengelchen und einem Gottesdienst unter freiem Himmel am Roskapellchen.

Als die Feier ihr 300-jähriges Bestehen im Jahre 2005 feierte, konnten die Aktiven von „Streuengelche van de Rues” 1500 Euro Spenden sammeln, rundeten die Summe auf und übergaben der Pfarre 2000 Euro zur Sanierung der Kapelle.

Zusätzlich werden die Arbeiten durch Zuschüsse der Denkmalpflege und Gelder des Bistums finanziert.

Schlechtes Wetter

Doch warum hat sich seit über acht Monaten nichts mehr getan? Das liegt auch am schlechten Wetter. Die Arbeiten benötigen eine Mindesttemperatur von fünf Grad Celsius.

„Es müssen unglaublich viele Bedingungen erfüllt werden”, sagt Acht, der sich selbst auch ein bisschen über die verschenkte Zeit ärgert. Drei Mal habe er die Eröffnung der Kapelle bereits verschoben. Und mittlerweile kann er auch die Anwohner verstehen, deren Unmut immer lauter wird.

Doch alle müssen sich wohl noch etwas gedulden. Auch die Marienstatue aus dem 14. Jahrhundert, die im Pfarrhaus gesichert wurde und normalerweise hinter Glas im Kapellchen steht, muss warten.

Jetzt endlich, nachdem die Kostenvoranschläge der Firmen gesichtet, die Absprache mit den Behörden getroffen sind und das Wetter viel versprechend wird, geht es an den ursprünglich geplanten Innen- und Außenanstrich.

Danach kommt die Lichtinstallation. Trotzdem hofft Wolfgang Acht, dass spätestens die nächste Kirmes am 20. und 21. Juni rund um das frisch sanierte Kleinod des Viertels gefeiert werden kann. „Ich hoffe sogar auf eine Eröffnung im Mai. Hoffen darf man ja”, sagt Acht.
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